Bild Quelle Facebook-Seite der Fraternité Eucharistein https://eucharistein.org


Als Urenkel des letzten Kaisers wuchs Johannes von Habsburg-Lothringen in Torny-le-Grand (FR) auf. Dann wurde er Investment-Banker in Paris und diesen Sommer in Anwesenheit von 120 Priestern und insgesamt 2000 Gästen in Vérolliez (VS) neben der Abtei Saint-Maurice zum Priester geweiht.


 
 

Kaiser-Urenkel, Banker und jetzt Mönch

Vom Adeligen zum Diener der Armen

Erzherzog Johannes von Habsburg-Lothringen wurde 1981 in eine der berühmtesten Familien Europas geboren: der Habsburger. Eine traditionell katholische Dynastie, die in der Geschichte des Kontinents entscheidend war. Seine Urgrosseltern waren Karl I. und Zita de Bourbon-Parme, das letzte Kaiserpaar in Österreich. Die Schweiz war 1918 ihr erstes Exilland nach dem Fall der österreichisch-ungarischen Monarchie. Sie dienten ein Leben lang den Armen. Als Kaiser Karl 1922 entmachtet und verarmt auf Madeira starb, war Zita 29-jährig und mit dem achten Kind schwanger. Sie starb1989 in Zizers (GR) als Johannes 8-jährig war.

 

Nach dem Studium in Romont, dann am Collège St-Michel in Fribourg, begann Johannes  ein Wirtschaftsstudium an der Universität St. Gallen. Mit nur 23 Jahren fing er bei der US-Bank bei JP Morgan in Paris an zu arbeiten, die sich auf Fusionen und Übernahmen spezialisiert hat. Er traf auf Prestige, Geld und Sichtbarkeit, aber tief im Inneren stimmte etwas nicht. In diesem Umfeld fand er ein Verständnis für die Eitelkeit der Welt: "Es ist nichts falsch daran, Geld zu machen. Aber ich verstand, dass du nicht dein ganzes Leben, dein ganzes Vertrauen in die Finanzen setzen kannst", schreibt die französische Wochenzeitung «Point de vue». Nach einem Jahr verliess er die Bank.

 

Er verstand noch tiefer, dass sein Herz nach Christus dürstete und beschloss, am Philanthropos-Institut in Freiburg zu studieren. Während des Studiums führte er ein entscheidendes Gespräch mit seiner kleinen Schwester Marie-des-Neiges, die mit 17 Jahren "eine persönliche Begegnung mit Gott hatte". "Sag Jesus, er soll in dein Herz kommen", schlägt sie vor. Ein Satz, der in ihm ein inneres Bittgebet hervorrief. Dann spürte er in unglaublicher Freude die Liebe, die Christus für ihn hat. "Ich wusste plötzlich, dass Jesus alles war und dass ich für ihn gemacht war."

 

In ihm wuchs die Idee, Priester zu werden. An der Universität Fribourg erwarb er 2015 einen Master in Theologie. "Viele Menschen", erklärt er, "haben Angst, sich in ihrem konkreten Leben ganz Gott hinzugeben, denn sie haben Angst, auf ihre Gewissheiten und ihre Errungenschaften verzichten zu müssen.“ Er wurde am 16. Juni 2018 in Vérolliez auf dem Märtyrerfeld neben der Abtei Saint-Maurice zum Priester geweiht. Der heute 37-Jährige Johannes von Habsburg lebt im Eucharistischen Haus in St-Jeoire, in Frankreich. Der feingliedrige Mann mit Kutte, Kreuz und Sandalen wirkt hellwach, neugierig und herzlich, schreibt der «Tages Anzeiger» in einem Porträt über ihn. 

 

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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