Im Kampf gegen die Wüste hat ein gläubiger Australier eine simple Methode entwickelt. Anstatt Bäume zu pflanzen greift er lieber zur Schere und stutzt die Pflanzen, die bereits wachsen.






Foto World Vision
 
 

Gottes Waldmacher

Vom Scheitern zum Erfolg in Afrika

Tony Rinaudo hat ganze Arbeit geleistet und ein Stück Afrika verändert. Satellitenbilder von Niger und Äthiopien liefern den Beweis: Wo früher Wüste war, ist heute Wald. 650’000 Quadratkilometer fruchtbarer Boden sind in Afrika in den vergangenen 50 Jahren verloren gegangen, schreibt «Die Welt». «Seine Methode könnte für Afrika bedeutender werden als Milliarden von Dollar Entwicklungshilfe», schreibt der «Tages Anzeiger». Die Regionen in Niger und anderen Ländern der Sahelzone sind der Beweis dafür, dass Tony Rinaudos 32-jähriger Kampf für die Wiederbegrünung Afrikas nicht vergebens war. «Die Wiederaufforstung ist wohl die grösste Umweltveränderung in Afrika in den letzten 100 Jahren», erklärt Chris Reij, Fachmann für nachhaltiges Landmanagement beim World Ressources Institute in Washington, in «Die Welt». Der australische Waldmacher hat so die Lebensbedingungen von Millionen Menschen verbessert.

Bei Tony fing alles mit acht Jahren an. Der tiefgläubige Junge betete und erklärte seinem Gott: «Wenn ich gross bin, dann mache mich zu deinem Werkzeug, um die Welt ein bisschen besser zu machen.» Um das beste Werkzeug im Kampf gegen den Hunger zu sein, studierte Rinaudo Landwirtschaft. Er kam aus einer christlichen Familie und besuchte kurz nach seinem Abschluss einen Kurs, um als Missionar arbeiten zu können. Eine kleine Missionsgesellschaft schickte den damals 24-Jährigen mit Frau und Kind nach Niger, eines der ärmsten Länder der Welt. «Gegen den Hunger in Afrika musst du Bäume pflanzen. Nur so kann die Ausbreitung der Wüste aufgehalten werden, nur so kann die landwirtschaftliche Produktion gesteigert werden», hatte Rinaudo im Studium gelernt.


Als er sah, wie ein Setzling nach dem anderen in der Savanne einging, begann der fromme Baumpflanzer mit seinem Gott zu hadern. «Warum hast du mich hierhin geschickt, wenn meine ganze Arbeit vergebens ist? Zeig mir endlich, wie ich helfen kann», betete der Christ. Er war gerade mit seinem Geländewagen und einem Anhänger voller Setzlinge auf dem Weg in die Savanne. Als er neben dem Auto niederkniete, entdeckte er, dass mitten in der Wüste aus einem Baumstumpf ein junger Trieb wuchs. Rinaudo sah sich um und sah überall winzige Triebe aus dem Sand spriessen. Unter der Wüste verbarg sich ein dichtes Wurzelwerk. «Zwei Jahre war ich die Strecke fast täglich gefahren und hatte diesen unterirdischen Wald nie gesehen. Endlich hatte Gott meine Gebete erhört und mir die Augen geöffnet», sagte der Missionar.

Der kauzige Australier begann mit einem alten Teppichmesser seines Vaters zusammen mit Bauern Tausende Bäume zu beschneiden und hat so den Wald zurückgebracht. Zunächst liessen sich nur zehn Bauern auf die Vision des «verrückten Tony» ein. Doch als in den kommenden Jahren schwere Dürren das Land heimsuchten, waren sie es, die auf ihren Feldern gute Ernten erzielten. Die anderen Bauern sahen dies – und zogen nach. Mittlerweile betreiben alleine in Niger über eine Million Bauern auf rund fünf Millionen Hektar Landwirtschaft nach dieser Methode. «World Vision» erkannte als erste Hilfsorganisation das Potenzial der Low-Tech-Aufforstungsmethode und nahm ihn unter Vertrag. Mit dem «The tree whisperer» zeichnete ihn die australische Zeitung «Sydney Morning Herald» für seine Tätigkeit aus.


Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
Das DienstagsMAIL ist eine nicht-kommerzielle und kostenlose Dienstleistung für Christen, die ihr Engagement öffentlichkeitswirksamer gestalten wollen. Das DienstagsMAIL wird von einem Kommunikationsprofi in seiner Freizeit verfasst. Die praktischen Tipps sollen mithelfen, dass Christen verstärkt in der Gesellschaft wahr genommen werden.