Der Tod ist allgegenwärtig und wird doch gern verdrängt und tabuisiert. Der Luzerner Edwin Beerler begleitet fünf Menschen, die mit dem Sterben und dem Tod konfrontiert wurden. «Die weisse Arche» ist ein Film, der die Atmosphäre schafft, um über das Leben, das Sterben und den Tod zu sprechen.




 
 

Die weisse Arche

Dok-Film konfrontiert mit dem Tod

Der Tod gehört zum Leben, ist Ende und Anfang, ist unausweichlich. Wie geht man damit um, welchen Einfluss nimmt er aufs Leben? «Der Dokumentarfilmer Edwin Beeler zeigt offen und ehrlich, was sonst hinter geschlossenen Türen geschieht», schreibt der «Tages Anzeiger». Er setzt sich intensiv mit Spiritualität und existenziellen Fragen auseinander. Im Dokumentarfilm «Die weisse Arche» sucht Edwin Beeler (57) Antworten bei Menschen, die mit dem Tod fast täglich konfrontiert werden. Filmkritiker Rolf Breiner gibt dem Film vier von fünf Punkten und schreibt: «Edwin Beeler beschreibt in seinem Film Grenzerfahrungen – sehr leise, würdevoll, tröstend und intim.» Beelers intimes Filmessay über Ängste und Endlichkeit erweise sich als Trostspender und Verheissung.

«Der Mensch wird geboren, er arbeitet, konsumiert – und stirbt. Das kann doch nicht alles sein. Mich interessiert der Übergang. Es muss etwas geben, das über das Materielle, das Fassbare hinausgeht, auch wenn heute viele Wissenschaftler alles nicht Erklärbare als Hirngespinste abtun», erklärt
Edwin Beeler seine Gedanken hinter der Entstehung des Filmes. Diskret hat er verschiedene Menschen im Alltag mit der Kamera begleitet. Sie berichten von der Bedeutung ihrer Arbeit, dem Sinn des Lebens, von ihrer Suche nach Spiritualität, ihren Erfahrungen mit Sterben und Tod und ihren Gedanken über das, was danach sein wird. Da spielen auch katholisch-kirchliche Traditionen eine wichtige Rolle.
 
Die Pflegefachfrau Monika Dreier beispielsweise ist knapp einer Lawine entkommen. Sie hat die Angst vor Schmerz und dem Tod verloren. Heute begleitet sie Sterbende: «Sterben halte ich für den schönsten Prozess im Leben, die grösste Verwandlung. Und der Tod ist für mich ein Freund geworden.» Auch der Kapuziner Martin Germann, inzwischen verstorben, begleitet Sterbende in Schwyz wie auch Eugen Bollin, Benediktinermönch vom Kloster Engelberg, der als Kunstmaler Engel aufspürt. Sie alle setzen sich intensiv mit spirituellen Fragen, mit dem Leben und dem Tod auseinander, geistig und tätig.
 
Inspiriert von Niklaus Meienbergs Erzählung «O du weisse Arena am Rande des Gebirges», dokumentiert der Luzerner Filmer menschliche Erfahrungen und Erkenntnisse über das Sterben und den Tod, über Empfindungen und Reflexionen, verbunden mit erhabenen Bildern der Bergwelt und des klösterlichen Lebens. Das verleiht dem Dokumentarfilm eine gewisse Erhabenheit und Würde. Rolf Breiner: «Das Sterben hat so nichts Schmutziges, Qualvolles, Leidvolles mehr, es wird zum Übergang in eine andere Dimension, in eine andere Welt.» Kritik am Film gibt es dort, wo der Dok zu wenig Distanz zum kommerziellen Heiler Sam Hess und zu viele esoterische Aspekte auf die Tonspur brachte.
 
Herzlich, Markus Baumgartner
 
P.S. Bitte sofort rot in die Agenda eintragen: Das Dienstagsmail-Fest findet am Samstag, 9. April 2016, von 18.00-22.00 Uhr In Zürich statt. Die Einladung folgt!
 
 
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