Der 41-jährige Pfarrer Daniel Baumgartner der evangelisch-reformierten Kirchgemeinde Pratteln-Augst hat ein besonderes Hobby: Er ist Präsident des FC Pratteln. Auf dem Fussballplatz fordert er die Sportler auch Mal auf, weniger zu fluchen.




 
 

Der Fussball spielende Pfarrer

Daniel Baumgartner steht für volksnahe Kirche

Der Weg zum Fussball ist für Daniel Baumgartner natürlich verlaufen: Seit er sechs Jahre alt ist, spielt er Fussball. Nun ist er seit zehn Jahren als evangelischer Pfarrer in Pratteln tätig. Dabei hat er festgestellt: «Die Kirche ist heute oft weit weg von den Leuten. Da muss man sich als Pfarrer ein grosses Beziehungsnetz aufbauen.» Weil er als Goalie bei den Senioren aktiv Fussball spielt, kam bald einmal die Anfrage, ob er nicht das Präsidium übernehmen möchte, erzählt Daniel Baumgartner im Regionaljournal von Radio SRF.
 

Und auch seitens der Kirchengänger gab es keine Probleme – im Gegenteil. «Es ist doch von Vorteil, wenn sich der Pfarrer auch sonst im Dorf engagiert. Das schätzen die Menschen», sagte er zur «Basler Zeitung». Seine Fähigkeit mit Leuten umzugehen, seine Führungsqualitäten und sein vernetztes Denken hätten ihm beim Einstieg ins «Fussballgeschäft» geholfen. Allerdings wisse er, dass die Vereinsstatuten verbieten, religions-missionarisch zu wirken. Bei fluchenden Spielern könne er sich aber nicht immer zurückhalten: «Da greife ich hie und da schon ein und mache den Spielern klar, was sie da sagen.»

 

Für einen Sieg zu beten, sei für Baumgartner aber kein Thema: «Da habe ich ein anderes Gebetsverständnis. Wenn mein Gebet wortwörtlich erhört würde, dann würde ich für andere Sachen beten als für einen Erfolg des FC Pratteln.» Dafür sei der Fussball von Zeit zu Zeit ein Thema in seinen Sonntagspredigten. Sein Engagement hat im beim «Sonntagsblick» den Ruf als «kickender Pfaff» eingebracht.

 
Pfarrer Daniel Baumgartner steht für eine volksnahe Kirche und hatte sich auch an der Euro 2008 mit dem ökumenischen Kirchenzelt mit dem zweideutigen Motto «Off-Side, The Church Inside» im Prattler Fan-Camp engagiert. Damit wurden Brücken zwischen Kirche und Fans und zwischen den Fans und der Bevölkerung gebaut. «Die Kirche sollte überall dort sein, wo Menschen zusammenkommen. An der Euro kommen sehr viele Menschen aus den verschiedensten Ländern zusammen. Für sie möchte unser ökumenisches Team in Pratteln da sein», erklärte er zur «Basler Zeitung». Darüber berichteten auch «20 Minuten» und die «Basellandschaftliche Zeitung».

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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