Edwin Hawkins ist der Komponist von «Oh Happy Day», dem meistgespielten Gospelhit aller Zeiten. Die Geschichte dieses Songs ist zu einem grossen Teil auch die Geschichte von ihm. Er wurde zum Vater der zeitgemässen Gospel Music. Nun gastiert die Gospel-Legende in der Schweiz.




 
 

Welch glücklicher Tag!

Die Geschichte von «Oh Happy Day

Sein Auftritt an der «Amazing Praise Night» ist einer der Höhepunkte der Christlichen Musiktage am nächsten Samstag, 6. Juni 2015, in St. Gallen: Edwin Hawkins, 72, Komponist von «Oh Happy Day». Es ist ein Fest mit internationalen und Schweizer Musikern und einer breiten Stil-Mischung. Wer ist Edwin Hawkins? Mit fünf Jahren entdeckte er sein Gott gegebenes Talent und sass für die Familienband erstmals am Klavier. Schon mit sieben begann er regelmässig mit der Familienband auf Bühnen zu spielen und nahm 1957 erste Platten auf. 1967 startete er den 46 Personen im Alter zwischen 17 und 25 Jahren umfassenden Gospel-Chor «Northern California State Youth Choir». Hawkins wollte mit dem Chor wieder junge Leute erreichen, die nicht mehr zur Kirche gehen: «Wenn die Jungen nicht mehr in die Kirche gehen, müssen wir die Kirche zu den Jungen bringen.»


Mit dem neu gegründeten Chor nahm er 1968 acht Gospelsongs fürs Album «Let us go into the House of the Lord» auf, live eingespielt auf einem veralteten Ampex-Zweispurtonband (modern waren Achtspurgeräte) mit lediglich Piano, Bass und Schlagzeug. Einer der Songs hiess «Oh Happy Day». Man liess 500 Platten pressen. «Oh Happy Day» war etwas Besonderes: Es wurde wie
in einem Nachtklub oder einer Disco dargeboten. R&B steckte darin gemischt mit viel Soul – eine Art entstaubter Gospel. Später nannte man diesen Stil «contemporary gospel». Ein Underground-Radio in San Francisco begann «Oh Happy Day» auszustrahlen. Auch andere Radiosender spürten dieses Neue und zogen nach. «Oh Happy Day» wurde als Single ausgekoppelt und 1969 weltweit verbreitet, was für Gospelmusik damals sehr ungewöhnlich war. Die Revolution einer ganzen Musiksparte begann.


«Oh Happy Day» stürmte die Charts nicht nur im Gospel, sondern auch im R&B (Rang 2) und Pop (Rang 4) – auch über die USA hinaus. Innert zwei Monaten waren 1969 eine Million Singles verkauft. Mehr als sieben Millionen «Happy Day»­Singles gingen danach über den Tisch.
In Deutschland und in der Schweiz kam das Lied sogar auf Rang 1 der nationalen Charts. Jahrelang tourte Hawkins mit seinen «Edwin Hawkins Singers», wie er sie nun nannte, durch die Welt. Er erhielt insgesamt vier Grammy Awards, auch für Songs wie «Every Man Wants to Be Free», «Wonderful» und «If You Love Me». Seit den 1980er-Jahren tourt Hawkins seltener, aber vermehrt in Nordeuropa oder Japan. Mit regelmässigen Workshop- und Seminarwochen investiert er sich in junge Talente.

 

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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