In anderthalb Stunden vom Karfreitag zum Pfingstmontag: Bis zum 17. April betreibt die reformierte Kirche Oberdiessbach BE einen Stationenweg. Er zeigt den Kern des Christentums und schlägt eine Brücke in die Gegenwart.




 
 

Spaziergang mit Tiefgang

Stationenweg von Ostern bis Pfingsten

Kreuzwege, welche die Leidensgeschichte von Jesus Christus am Karfreitag nacherzählen und illustrieren, haben vor allem in der katholischen Kirche Tradition. Oft sind es 14 Stationen, die von der Verurteilung zum Tode bis hin zur Grablegung führen. Der Stationenweg der reformierten Kirche in Oberdiessbach weicht von dieser Tradition ab: Nebst den Geschehnissen am Karfreitag finden bei den zwölf Posten auch Karsamstag, Ostern, Auffahrt und Pfingsten Platz.

Die Idee zum Stationenweg hatte Hanspeter Schmutz, Journalist und aktives Kirchenmitglied in Oberdiessbach: Er sinnierte darüber, weshalb der Kirchbühl – wo er wohnt – im Volksmund Ölbergli genannt wird, schreiben die «Berner Zeitung» und das «Thuner Tagblatt». Auch die Wochen-Zeitung für das Emmental und Entlebuch sowie das Lokalradio neo1 berichten darüber. «Neben der Theorie, dass dort früher Ölpflanzen angebaut wurden, bin ich auf eine eigene Theorie gekommen», sagt der 61-Jährige. «Vielleicht führten früher schon Prozessionen oder Kreuzwege beim Ölbergli vorbei.» Jedenfalls habe man von dort einen wunderbaren Ausblick auf das Dorf und die Kirche, so wie vom Ölberg auf Jerusalem.


Die Besucherinnen und Besucher des neuen Stationenwegs, der noch bis zum Freitag, 17. April, bestehen bleibt, werden vom Dorfkern bei der Kirche auf einen rund anderthalbstündigen Spaziergang in nordöstlicher Richtung geschickt. Der Weg ist kinderwagen- und rollstuhlgängig. Jede der zwölf Stationen besteht aus einer Tafel und einer kleinen Box. Auf der Tafel ist die passende Bibelstelle erläutert, darunter stehen ein oder zwei Impulse geschrieben, Fragen zu alltäglichen Lebenserfahrungen, die bis zur nächsten Station zum Nachdenken anregen sollen. In der Box unterstreichen Gipshände mit einer einfachen Geste das geschriebene Wort. «Ostern ist der Kern des christlichen Glaubens», sagte Pfarrer Daniel Meister. «Der Oberdiessbacher Stationenweg ist eine Einladung, sich mit dem Leben und Sterben zu befassen.»


Herzlich, Markus Baumgartner


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