Auf dem Bild sieht man José Mujica. Was geht einem durch den Kopf, wenn man ihn sieht? Vielleicht ist er Streuner? Vielleicht ein Bauer? Ein Handwerker? Doch damit haben wir seine wahre Berufung weit verfehlt.





 
 

Präsident der Nächstenliebe

Der «ärmste Staatspräsident der Welt»

José Mujica ist Präsident von Uruguay. Oft wird er auch als der ärmste Präsident der Welt bezeichnet, denn Mujica schert sich einen Dreck um Geld und sein Erscheinungsbild. Wie auf dem Bild zu sehen ist, erscheint der Präsident oft in gewöhnlichen Kleidern zu politischen Treffen. Er ist ein Mann, dem es ausschliesslich um das Wohl seines Volkes geht. Er fährt einen alten VW Käfer und setzt sich im Flugzeug auch mal in die Touristenklasse. Krawatte trägt er grundsätzlich keine.
 
Er lebt das «Geben ist seliger denn nehmen» und sagt: Reich ist nicht, wer am meisten besitze, sondern wer am meisten teile. Mujica spendet rund 90 Prozent seines 12'000 US-Dollar Einkommens an Organisationen, die arme Menschen und Kleinunternehmer unterstützen. «Es gibt immer jemanden, der weniger hat als ich.» Er werde zudem seinen Lebensstil nicht ändern, «nur weil ich Präsident bin», pflegt er zu sagen. Als «arm» bezeichnet er sich aber nicht. «Im Gegenteil, ich bin nicht arm, weil ich nicht viel brauche», sagt er. Sein einfaches Leben entspricht seiner Lebensphilosophie. «Ich will nicht an materielle Sachen gebunden sein. Denn wer gebunden ist, hat nicht die Freiheit, die Dinge zu tun, die ihn erfüllen.»
 
José Mujica kämpfte seit jeher für sein Land. Er war ein Guerilla Kämpfer und wurde deshalb zwei Mal gefangen genommen. Bei Fluchtversuchen wurde er insgesamt sechs Mal angeschossen. 14 Jahre sass er in Haft – meist in einer Einzelzelle. In einer Zelle war Mujica so einsam, dass er den Ameisen zuhörte. Sein Leben hat Mujica zu einem weisen Menschen gemacht. Seit den 1990-er Jahren war der geläuterte Rebell Abgeordneter für das Bündnis Frente Amplio. Als er sein erstes Mandat antrat, fuhr Mujica mit dem Moped vor — der Portier am Parlamentsgebäude wollte ihn daraufhin zum Dienstboteneingang schicken.
 
José Mujica lebt am Rande von Montevideo in einer Art Gartenlaube gemeinsam mit seiner Frau. Er ist ein schönes Beispiel für einen Mann, der ausschliesslich aus Nächstenliebe regiert und keinerlei persönliche Interessen hegt. Daran können sich viele ein Beispiel nehmen.
 
Herzlich, Markus Baumgartner
 
 
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