Mit der 50. Filmvorführung feiert das Gratiskino in Wald ZH dieses Jahr das 3-jährige Bestehen. Viktor Wittwer steht mit viel Herzblut dahinter.




 
 

Gratis-Kino als Sozialprojekt

Filme verbinden Generationen und Kulturen

Bereits warten einige Kinder gespannt vor dem Schwertsaal, dass die Tür geöffnet wird. Im Kinosaal sind die Initianten und Helfer dabei, Stühle aufzustellen. Einige Eltern nutzen das Kino als Kinderhort. Andere bleiben und packen zusammen mit den Kindern gleich mit an. Jedes Kind erhält beim Eintreten ein Getränk, Snack und ein Los. Der Losgewinner darf die Vorstellung zusammen mit Freundin oder Freund vorne in der Mitte auf zwei bequemen Liegestühlen geniessen. «Normalerweise sind es um die 80 Kinder. Unser Rekord liegt bei 180 Anwesenden an einem Nachmittag», sagt Viktor Wittwer, Initiant und Hauptverantwortlicher von www.gratiskino.ch zur«WAZ-Zeitschrift für Wald».

 

Gratiskino soll Jugendliche aus der virtuellen Isolation holen, um wieder gemeinsame Erlebnisse mit Eltern, Gleichaltrigen sowie unterschiedlichen Generationen und Kulturen zu erleben. Erfolgreich wurde das Kino nach der Verlegung von Samstag auf Mittwoch. Die Filmauswahl wird von den Initianten, von Familienmitgliedern, Enkelkindern oder durch Inputs aus dem Publikum getroffen. Für die Erlaubnis um öffentliche Vorführung muss bei jedem Film eine Lizenz eingeholt werden, was mit viel Aufwand und mehreren hundert Franken Kosten verbunden ist. Die Gemeinde Wald ZH stellt den Schwertsaal sowie technische Apparate kostenlos zur Verfügung.

 

Ursprünglich kam die Idee, in Wald ZH ein Gratiskino zu schaffen, von einer christlichen Kirche. Das Projekt scheiterte jedoch und Viktor Wittwer führte die Idee mit Kollegen auf privater Basis und unabhängig weiter. Seine Motivation: Hier kann er unter anderem die Integration von Ausländern fördern und leistet damit auch einen gesellschaftlichen Beitrag, sagte er gegenüber «Life Channel».


Obwohl er nur mit einem Arm geboren wurde, fühlt sich Viktor Wittwer durch dieses Defizit nicht eingeschränkt. Heute ist er pensioniert, aber immer noch aktiv als Designer und Architekt. Weil die meisten Kinder nicht mehr die Sonntagsschule besuchen, überlegte sich Viktor Wittwer, wie man sie begeistern kann. Selbst in einem christlichen Elternhaus aufgewachsen, wurde ihm bewusst, dass die Kirche hinaus zu den Menschen gehen muss. Sie sollte es wagen, einen Schritt über die Schwelle zu machen.

 

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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