Kirchen am 1. August

Nationalfeiertag als Plattform für die Kirche

Sechs Beispiele zeigen, wie Kirchen, Jungscharen und Pfarrer/innen den Nationalfeiertag als Plattform in diesem Jahr genutzt haben:
•                In Romanshorn fand die Bundesfeier in der katholischen Kirche statt, was zu einer feierlichen Atmosphäre führte. Der Musikverein umrahmte den Festakt musikalisch und intonierte traditionell die Landeshymne und das Thurgauer Lied. Das Wort erhielten dann zwei Jungpolitiker, um frische Elemente in die Bundesfeier zu bringen, berichtete die «Thurgauer Zeitung». Weiter ging es in der Festwirtschaft vor der alten Kirche.
•                «Warum immer an die Orte pilgern, an denen besonders spektakuläre Attraktionen stattfinden und besonders prominente Rednerinnen das grosse Wort führen? Warum nicht einmal irgendwo im Baselbiet eine dörfliche 1.-August-Feier besuchen?» fragte die «Basler Zeitung» in ihrem Bericht. Die Wahl fiel mehr oder weniger zufällig auf das idyllische Dorf Ziefen, da dort gleichzeitig der «Verein für Heimatpflege» als Veranstalter seinen 30. Geburtstag feiern konnte. Pfarrer Roland Durst, der das Fest bereits am Vormittag mit einem Feldgottesdienst eröffnet hatte, hielt die Ansprache. Seine Themenwahl wurde von zwei Amseln diktiert: Sie haben aus ihrer Vogelperspektive zu Gelassenheit und Heiterkeit gemahnt und sich über die Ängste der Menschen gewundert – Angst vor der Zukunft, Angst vor dem Fremden.
•                Traditionell begehen die drei Dörfer Berneck, Au und Heerbrugg den 1. August mit einer regionalen Feier. Einzigartig für das Rheintal ist die Kombination mit einer besinnlichen Feier. Dies sei ein Ausdruck christlicher Verbundenheit zwischen der Bevölkerung und der Schweiz, berichtete das «St. Galler Tagblatt». Als Neuankömmling wandte sich Pfarrerin Manuela Schäfer dem Begriff Heimat zu: Die Bibel stehe irdischer Heimat eher kritisch gegenüber. Denn darüber könnten die Menschen ihre Heimat bei Gott vergessen. Pfarrer Josef Benz nannte den Nationalfeiertag einen Tag der Freude, des Nachdenkens und der Gemeinschaft. Der Rütlischwur sei in Freiheit und Verantwortung vor Gott gesprochen worden. Die Verantwortung jedes Einzelnen und die der Gemeinschaft sei stets in Verbindung mit dem Vertrauen auf Gott zu sehen.
•                An der 1.-August-Feier in Lachen SZ kamen neben dem Schwyzer Finanzminister Kaspar Michel auch Kirchenvertreter zu Wort, berichtet die «Zürichsee-Zeitung». Von Freiheit sprachen Pfarrer Dieter Gerster und Pastoralassistent Martin Weick im ökumenischen Gottesdienst. «Wir haben das Recht zu beten», sagte Weick. Die Worte: «Betet, freie Schweizer, betet», stünden schon in der Landeshymne, erklärtet Dieter Gerster.
•                Der Einladung der Gemeinde Hütten ZH zur 1.-August-Feier folgten über 200 Personen, schreibt die «Zürichsee-Zeitung». Seit der Gründung des modernen Bundesstaates werde Tag für Tag klar, dass die Schweiz eine Willensnation sei, sagte Pfarrer Werner Wagner in seiner Festansprache. Es werde sie aber nur weiterhin geben, wenn ihre Bewohner bereit seien, Eigenverantwortung zu übernehmen und sich in der Gesellschaft zu engagieren. Darbietungen des einheimischen Musikvereins und Männerchors untermalten das gemütliche Beisammensein und eindrucksvoll brannte das Höhenfeuer über dem Dorf, während die Hüttner die Nationalhymne sangen.
•                Es kommt nicht alle Tage vor, dass die Einwohnerzahl eines Dorfes mit knapp 600 auf das Siebenfache anschwillt. Dazu kam es wegen des Schweizertreffens der Jungscharen der evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) und deren Besuchstag, berichtet das «Langenthaler Tagblatt» und die «Berner Zeitung». Die Gemeinde Walliswil bei Wangen organisierte dieses Jahr keine eigene Bundesfeier, sondern folgte der Einladung in die Zeltstadt. Zusammen feierten sie den 720. Geburtstag der Schweiz mit La-Ola-Wellen, viel Spektakel und einem Feuerwerk. Nach dem Grusswort von Gemeindepräsidentin Anita Wagner und der Festrede von SP-Grossrätin Nadine Masshardt («1848 war allen bewusst geworden: Wir sind eine Willensnation. Die Schweiz gibt es, weil wir sie wollen») entzündeten die Organisatoren das Feuer und später das Feuerwerk.
 
Herzlich, Markus Baumgartner
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