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Zigarren zur Ehre Gottes

 

Dies ist ehrlicherweise ein nicht üblicher Titel für das Dienstagsmail. Er hat auch etwas mit den persönlichen Neigungen des Herausgebers zu tun. Aber haben Sie gewusst, dass C.S. Lewis und J.R.R. Tolkien als zwei der kulturell einflussreichsten Christen des 20. Jahrhunderts Tabak mochten? Und auch der bekannte Prediger Charles H. Spurgeon war ein Zigarrenliebhaber. Aktuell macht bei den Affinicados eine Marke von sich reden, die Begriffe aus der Bibel für die Zigarren verwendet. 

 
 

C.S. Lewis ist Autor von über 30 Büchern, die bis heute begeistern. Dazu gehört das einflussreiche «Mere Christianity» (deutsch: Pures Christentum), das die logische Gültigkeit des Christentums untersucht; «The Screwtape Letters», eine Briefserie zwischen Teufeln über den Kampf zwischen Gut und Böse und am bekanntesten die «Chronicles of Narnia», eine siebenteilige Kinder-Fantasy-Reihe. Sie beleuchtet allegorisch Themen wie Erlösung, Mut und Glauben. Seine Bücher wurden über 100 Millionen Mal verkauft. Als der Fundamentalist Dr. Bob Jones Jr. auf C.S. Lewis traf, lautete seine Einschätzung zum Oxford-Dozenten: «Dieser Mann raucht Pfeife… und dieser Mann trinkt Alkohol… aber ich glaube, er ist ein Christ!» Christ sein bedeutet nicht automatisch, auf Alkohol oder Tabak zu verzichten. C.S. Lewis genoss den Frieden als Versöhnter mit Gott. Er lebte die Freude, die ihm der Heilige Geist schenkte. Nicht der Konsum macht den Menschen aus, sondern das, was aus dem Menschen herauskommt. Gesund oder nicht? Auf jeden Fall inhaliert man bei Zigarren nie. Man pafft nur und nimmt den Rauch in den Mund, um den Geschmack zu geniessen.

Müdes Gehirn beruhigen
Charles Spurgeon (1834-1892) rauchte Zigarren und wurde von einer Frau gefragt: «Reverend Spurgeon, glauben Sie nicht, dass Rauchen eine Sünde ist?» Er antwortete: «Nur, wenn man es übertreibt.» Sie fragte: «Und was ist übermässiges Rauchen?» Er antwortete: «Zwei Zigarren auf einmal.» Die Haltung von Spurgeon gegenüber Genussmitteln war schon zu seinen Lebzeiten legendär. Bekanntlich rauchte er gerne eine Zigarre und sagte auch nicht Nein zu alkoholischen Getränken. Als Spurgeon für seinen Tabakgenuss kritisiert wurde, wollte er das nicht unkommentiert lassen. Er schrieb dem «Daily Telegraph» einen Leserbrief und argumentierte ganz nach 1. Korinther 10,31 wie folgt: «Alles, was ein Christ tut, soll er zur Ehre Gottes tun. Also werde auch er heute Abend noch eine Zigarre zu Gottes Ehre rauchen. Wenn ich durch eine Zigarre intensive Schmerzlinderung und einen ruhigen, erfrischenden Schlaf gefunden und ein müdes Gehirn beruhigt habe, fühle ich mich Gott gegenüber dankbar und preise seinen Namen.» Man muss Spurgeon nicht in seiner Liebe für Zigarren folgen. Man wird ihm aber zugutehalten, dass er mit dieser pointierten Antwort jedem Anflug von Gesetzlichkeit den Garaus macht. Und das macht seine Predigten auch heute noch so faszinierend.

Biblische Geschichten heute noch relevant
Das führt uns zur Aktualität und zu Nicholas «Nick» Melillo: Er gründete 2015 die «Foundation Cigar Company» in Connecticut (USA). Mit über zwei Jahrzehnten Erfahrung in der Tabakbeschaffung, dem Blending und der Zigarrenproduktion hat sich Nicholas einen Ruf als eine der angesehensten Persönlichkeiten in der Welt der Premium-Zigarren erworben. Dabei hat er schon mehrere Marken mit biblischen Bedeutungen lanciert. So zum Beispiel «El Spetimo» (7. Tag der Schöpfung) sowie David und Goliath. «Die Geschichte von David und Goliath ist heute noch relevant», erklärt Nick Melillo. Bekannt wurde eine weitere Zigarre mit dem Namen «Tabernacle». Sie ist inspiriert von der Stiftshütte, die das Allerheiligste – die Bundeslade – vor dem Bau des Salomonischen Tempels beherbergte. Die auf der Zigarrenkiste abgebildete Illustration stammt von 1924 und zeigt Haile Selassie, den 225. und letzten König von Abessinien (heutiges Äthiopien). Seine Abstammung geht 3000 Jahre direkt auf König Salomo und die Königin von Saba zurück. Sie unterstreicht den königlichen Anspruch und die tiefe Symbolik dieser aussergewöhnlichen Zigarre. 

Kein Wunder, wurde Nick Melillo vom äthiopischen Kronrat ein «Stern von Äthiopien» verliehen wird. Er wird für seine Liebe und Hingabe zur äthiopischen Kultur, die er durch einige seiner Zigarrenmarken zeigt, zum Ritter geschlagen. Obwohl die Existenz der Bundeslade ausserhalb der Bibel nie bestätigt wurde, beanspruchen viele Institutionen ihren Besitz – unter anderem die äthiopisch-orthodoxe Kirche, die behauptet, die Bundeslade in der Stadt Axum zu beherbergen. In einem Interview auf YouTube sagte Nick Melillo. «Das Zigarrenrauchen begann ich mit meinem Grossvater – eine Zeit, die ich immer als heilig empfand. Ich konnte wertvolle Lebenslektionen lernen, und alles drehte sich um Broadleaf-Zigarren. Mein Humidor wurde zu meinem Tabernakel».

Irdisches Geschenk Gottes
Als Fazit halte ich es mit dem US-Baptistenpastor und Theologen Joe Thorn: Das Rauchen einer Zigarre bringt mich zur Ruhe, gibt mir Zeit zum Nachdenken, zum Meditieren und zum Geniessen eines der vielen irdischen Geschenke Gottes. Mir persönlich hilft es beim Schreiben. Und ja, das Zigarrenrauchen ist auch ein wunderbares gemeinsames Erlebnis, das Gespräche und Freundschaften fördert. Aber um es einfach zu halten: Ich rauche, weil es mir gefällt.

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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