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Von der Kanzel zu den Highheels

Er ist konservativ aufgewachsen, wurde ein Hippie und kam von Indien über Sumiswald nach Zürich. Hier wurde er vom Pfarrer zum Modeverkäufer und auch schon als einer der stilvollsten Zürcher bezeichnet. Johnson Eliezer hat in seinem Leben einige Irrungen und Wirrungen erlebt. Dass der heutige «Boutique-Pfarrer» nicht unterging, verdankt er Gott – und seiner Frau.

 

Johnson Eliezer ist 1956 geboren und in Südindien als Sohn eines konservativen Pfarrers aufgewachsen. Dann taucht er in eine andere Welt ein: Varanasi, die Hochburg der Hindus und Hippies. Johnson Eliezer bricht aus der einengenden Kultur seines Elternhauses aus und driftet immer mehr in ein Hippieleben ab, bei dem die Grenzenlosigkeit das Höchste aller Gefühle ist. Er treibt es so weit, dass er mit einer Cannabis-Psychose in der Klinik landet und monatelang mit Halluzinationen und Suizidgedanken zu kämpfen hat. Doch dann nimmt Johnson Eliezers Lebensreise eine unerwartete Wende: Er verliebt sich in eine Schweizerin, die in Indien unterwegs ist, wie «Fenster zum Sonntag» berichtet . 

Boutique in Zürich eröffnet

Mit 19 Jahren kommt er in die Schweiz, lernt sehr rasch (Bern-)Deutsch und studiert Theologie an der Uni Bern. Mit 29 Jahren wird er Pfarrer in Langnau BE, dann auch in Sumiswald BE und im Seeland und begeistert die Menschen mit eindrücklichen Predigten. Plötzlich beginnt Johnson sich jedoch zu hinterfragen. Mit 50 steigt er von der Kanzel und beschliesst, den sicheren Hafen des Pfarrberufs zu verlassen. Er steigt ins harte Modebusiness mit trendigen Jacken, Pullovern und Highheels ein, wird zum Seelsorger und Unternehmer, wie er in der SRF-Sendung von Kurt Aeschbacher berichtet. Zusammen mit seiner zweiten Frau eröffnet er eine Modeboutique in Zürich. Das war nicht immer einfach: Es gab viele Tage ohne einen einzigen Kunden. Tage, an denen ihm die Tränen kamen. Es war eine Ernüchterung zu erleben, dass niemand auf ihn und sein Angebot gewartet hat. Doch irgendwie hat er sich Tag für Tag einfach nach vorne getastet. Rückblickend erkennt er die Treue Gottes und bereut nichts: «ich habe Gott gesucht und irgendwann begriffen, dass er mir sagte: Der Weg mit mir ist ein Abenteuer. Darauf wirst du nicht mehr derselbe bleiben.

Willst du dich darauf einlassen? Ich folgte ihm, ohne ihn zu sehen.»

Vom Sinnlichen im Leben

Was haben Kirche und Mode gemeinsam? Johnson Eliezer hat die Welt nie in spirituell und materiell, Geist und Körper, Seele und Leib unterteilt. Er zitiert aus dem 1. Buch Mose, dass Gott selbst Adam und Eva einkleidet: «Sinnlicher und greifbarer geht es nicht.» Johnson Eliezer verweist auf den Sonnenuntergang: «Wir sind fasziniert von seiner Grandiosität. Eigentlich ist es nur ein physikalischer Vorgang, aber darin erleben wir etwas Sinnstiftendes. Auch ein schönes Kleid hat diesen Effekt. Und wir brauchen Sinn in unserem Leben. Die Schönheit ist dafür eine Art Katalysator. Vielleicht erklärt dies, weshalb ich meine Arbeit in der Modebranche so spannend finde», erklärt er dem «Migros-Magazin».

Menschen haben grosse Fragen

Hat er sich nie gefragt, ob es wirklich sinnvoller ist, skandinavische Designmode zu verkaufen statt Pfarrer zu sein?, fragte ihn der «Tages Anzeiger»: «Ich war immer ein Verkäufer! Wenn man den Glauben heute an den Mann oder die Frau bringen will, braucht man jede Menge Verkäufertalent. Meine Aufgabe hat sich nicht grundlegend verändert. Heute kommen Ware und Wort zusammen.» Er musste erfahren: Menschen haben grosse Fragen im Leben. Und suchen Antworten, aber nur wenige davon in der Kirche. In der Boutique führe er Gespräche und erhalte Anfragen für Taufen, Trauungen sowie Beerdigungen. So betreibt er immer noch Seelsorge – ob am Ladentisch, als Referent oder auch als Pfarrer. Der Kirche wünscht er, dass sie wieder an ihre Botschaft glaubt und so wieder stärker zu begeistern weiss. Und, dass sie in Zeiten der Polarisierung eine verbindende Kraft für alle ist. 

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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