|
No images? Click here ![]() So wurde ein Mönch Vater der Genetik
Er war Mönch und moderner Wissenschaftler: Gregor Mendel würde heute 200 Jahre alt und gilt als Begründer der modernen Genetik. Mit seinen Versuchen an Hybriden legte er die Fundamente für die Vererbungslehre. Vor allem aber war Mendel auch ein herausragend arbeitender Forscher. In einer Zeit, in der an den Universitäten unwissenschaftlicher Unsinn blüht, sollten wir uns auf das wissenschaftliche Ethos des Augustinermönches besinnen. Gregor Mendel war der wohl berühmteste Erbsenzähler der Welt. «Zu Lebzeiten sind Mendels bahnbrechende Entdeckungen zur Vererbung kaum bekannt. Heute sind die Vererbungsregeln Unterrichtsstoff an Schulen und die Grundlage für die Genetik», berichtet der TV-Sender ntv. Gregor Johann Mendel war ein mährisch-österreichischer Priester des Augustinerordens und seit 1868 Abt der Brünner Abtei St. Thomas. Bedeutend wurde er als Entdecker der nach ihm benannten Mendelschen Regeln der Vererbung. Ein hoch begabter Mönch erforscht rund zehn Jahre lang die weit verbreitete Gartenerbse – und legt dadurch den Grundstein der Genetik. Gregor Mendel will in das Geheimnis von Gottes Schöpfung eintauchen, es ergründen. Er ist Theologe und Biologe. Auch in seinen Predigten. Da vergleicht er Jesus mit einem Gärtner: Dieser pflanzt das übernatürliche Leben in seinem Keim in die Seele des Menschen hinein. Es muss noch die übernatürliche Nahrung dazukommen, der Leib des Herrn, der das Leben zur Vollendung bringt. Ein herausragender Schüler Vor 200 Jahren kam Gregor Johann Mendel im damaligen schlesischen Heinzendorf, einem Teil der heutigen tschechischen Gemeinde Vražné/Petersdorf zur Welt. Dort wuchs er gemeinsam mit zwei Schwestern auf dem Bauernhof seiner Eltern auf. Hier fing bereits sein Interesse an Pflanzen und Tieren an – er half zum Beispiel seinem Vater dabei, edle Obstbäume im heimischen Garten zu vermehren und Bienen zu halten. In seinem Geburtsort blieb er bis zum Abschluss der Volksschule. Weil er ein herausragender Schüler war, durfte er aufs Gymnasium in Opava/Troppau wechseln. Die heutige Rektorin des Gymnaisum, Monika Klapková, sagt: «Weil Mendel in der Prüfung keinen Erfolg hatte, beschäftigte er sich mit einem neuen Gebiet, nämlich der Mathematik. Und genau da liegt die Genialität seiner Versuche mit der Kreuzung von Erbsen. Bis zu diesem Zeitpunkt hatte noch kein Biologe die Mathematik genutzt. Erst als er statistische Gesetze hinzuzog, kam ihm die Idee, Erbsen miteinander zu kreuzen. Er kultivierte mehrere Tausend Erbsenpflanzen und gelangte so zu seinen Erkenntnissen.» Keine Würdigung zu Lebenszeiten 1845 begann Mendel in Brünn Theologie zu studieren und wurde 1847 zum Priester geweiht. Zusätzlich besuchte er Vorlesungen über Obstbaumzucht und den Weinbau. Dort eignete er sich erste Kenntnisse über die Vermehrung von Samen und Kreuzungen von Pflanzen an – die Grundsteine seiner späteren Forschungen. Weil seine Vorgesetzten sahen, dass er mehr der Wissenschaft als der Seelsorge zuneigte, erhielt er 1849 eine Stelle als «Suppl. Professor» (Aushilfslehrer) am Gymnasium in Znaim, wo er Mathematik und Griechisch unterrichtete. Parallel züchtete er Tausende von Erbsen, um die Gesetze der Vererbung zu erforschen. Insgesamt wertete er mehr als 24’000 Pflanzen aus. Aus unzähligen Kreuzungsversuchen mit der Hülsenfrucht leitet Mendel schliesslich ab, dass Erbsen ihr Aussehen nicht zufällig, sondern nach bestimmten Regeln und Wahrscheinlichkeiten vererben. 1866 veröffentlichte er seine Genetik-Regeln. «Ganz am Anfang hat man einfach mal Pflanzen, die besser aussahen als andere, benutzt für das Folgejahr», erklärt der Geschäftsführer des Bundesverbands Deutscher Pflanzenzüchter (BDP) Carl-Stephan Schäfer dem «Bayerischen Rundfunk». Erst dank der Erkenntnisse Mendels habe man gewissermaßen die inneren Werte von Pflanzen erkannt und systematisch vorgehen können, um gewünschte Zuchtergebnisse zu erzielen. Keine Würdigung zu Lebenszeiten Die Mendelschen Regeln der Vererbung haben ihre Gültigkeit bis heute bewahrt – und standen doch nur am Anfang des grossen Wunsches, den Mensch und was ihn ausmacht, zu entschlüsseln, berichtet SRF. Bei seinen Zeitgenossen fand Gregor Johann Mendel aber noch keine Anerkennung. 1884 starb er ohne angemessene Würdigung. Erst als im Jahr 1900 weitere Biologen zu ähnlichen Ergebnissen kamen wie der Ordenspriester, wurde klar, welch fundamentale Bedeutung seine Forschungen hatten. Anlass zur Anwendung von Mendels Regeln gibt es weiterhin: In Zeiten einer wachsenden Weltbevölkerung wollen Pflanzenzüchter zum Beispiel Pflanzen widerstandsfähiger gegen Krankheiten und Trockenheit machen, um die Ernährung in Zukunft zu sichern. Nicht umsonst soll Mendel gesagt haben: «Meine Zeit wird schon noch kommen.» Mendels Taten sind ein perfektes Beispiel, dass der Glaube an Gott und die Wissenschaft Hand in Hand gehen können. Herzlich, Markus Baumgartner |
