«Eine Wirtschaft, die nicht dient, dient zu nichts», sagte Stephan Feldhaus als Kommunikationschef des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche am «Forum Christliche Führungskräfte» 2016 in Bern. Er stellte fest, wie sich die Wirtschaft immer mehr zu einer eigenständigen Grösse entwickle. Diese diene nicht mehr den Menschen. Vielmehr habe es den Anschein, dass die Menschen heute für die Wirtschaft da seien und sich damit auch aus der Verantwortung nehmen. «Im Christentum steht aber der Mensch im Mittelpunkt», betonte Stephan Feldhaus. Jede und jeder einzelne und insbesondere Führungskräfte seien angesprochen, Verantwortung für sich und ihr Umfeld zu übernehmen. «Die Menschen sollten runter von den Zuschauertribünen, rein in die Verantwortung.»
Ausgewiesener Kommunikationsexperte und Ethiker
Stephan Feldhaus leitete von 2010 bis 2019 die Konzernkommunikation von Roche und war Mitglied der erweiterten Konzernleitung. Vorher verantwortete er über einen Zeitraum von zwölf Jahren in der Siemens AG die Kommunikation des Unternehmensbereichs Power Generation und des Healthcare-Sektors. Vor seiner wirtschaftlichen Laufbahn war der gelernte Handwerker und promovierte Sozialethiker und Theologe 15 Jahre lang in der Wissenschaft tätig. Kernthemen seiner wissenschaftlichen Arbeit waren damals wie heute Grundlegungsfragen der Ethik, Wirtschaftsethik, Umweltethik und Ethik des Gesundheitswesens. Seit Jahren engagiert sich Stephan Feldhaus ehrenamtlich auf sozialem und kulturellem Gebiet und hat Lehraufträge an der Universität Basel mit dem Schwerpunkt Ethik inne. 2022 wurde Stephan Feldhaus zum Diakon der Christkatholischen Kirche der Schweiz geweiht und
arbeitet nebenberuflich als Seelsorger im Fricktal.
Als Teilzeit-Priester tätig
«Tosender Applaus und Freudenpfiffe halten durch die proppenvolle Kirche St. Peter und Paul in Obermumpf. Dies, nachdem Stephan Feldhaus nach der Weihe zum Priester der christkatholischen Kirche als äussere Zeichen Messgewand, Stola, Hostienschale und Kelch erhalten hatte und seinen Bischof, Frank Bangerter, vor dem Altar herzlich umarmte», schreibt die Aargauer Zeitung. Der Kirchenchor sang, die Orgel erklang und das Bläserensemble spielte. Stephan Feldhaus strahlte und bedankte sich, «für alles, was er heute erleben durfte». Minuten zuvor hatte er mit feierlicher und fester Stimme verkündet: «Ich bin bereit», und war während der Fürbitten
in der sogenannten Prostratio als Zeichen der Demut mit dem Gesicht auf dem Boden gelegen. In der christkatholischen Kirche nicht ungewöhnlich übt Stephan Feldhaus auch seinen Beruf als Priester nur in Teilzeit aus.
Obermumpf als spirituelle Heimat
Feldhaus lebt mit seiner Familie weiterhin in Basel; seine spirituelle Heimat ist aber Obermumpf, wie die «Aargauer Zeitung» weiter berichtet. Stephan Feldhaus weist sich in seinem Priesteramt als «Hirte, Gemeinschaftsstifter und Diener» aus, stellte Bischof Frank Bangerter in der Predigt fest. In die Individualität und oft auch Einsamkeit der Welt hinein solle Stephan Feldhaus Gemeinschaft stiften und Brücken bauen in einer Zeit, in der viele Menschen der Kirche entfremdet sind.
Stephan Feldhaus selbst hatte als Lesungen aus dem 23. Psalm «Der Herr ist mein Hirte» gewählt, die Entstehung der urchristlichen Gemeinschaft in der Apostelgeschichte sowie die Worte von Jesus nach dem Markusevangelium: «Ins Himmelreich kommt nur, wer nicht herrscht, sondern ein Diener Gottes und der
Menschen ist.»
Herzlich, Markus Baumgartner