|
No images? Click here ![]()
Premier setzt für Wiederaufbau auf KirchenDie englischen Parlamentswahlen führten zu einem Umbruch. Die 14 Jahre regierenden Torys werden von der Labour Party unter der Führung von Sir Keir Starmer abgelöst. Der Labour-Chef hat ein Jahrzehnt der nationalen Erneuerung versprochen. Dabei sagt Keir Starmer, dass er dies nicht ohne die Kirche tun kann.«Keir we go!» verkündete der Daily Mirror in grossen Buchstaben vor einem ganzseitigen Foto des Labour-Vorsitzenden Sir Keir Starmer und seiner Frau Victoria. Der neue Premier hatte gegenüber der christlichem Magazin «Premier» erklärt, dass die Labour-Partei dem Christentum «sehr viel zu verdanken» habe: «Es wird manchmal gesagt, dass die Labour-Partei dem Methodismus mehr verdankt als Marx», sagte er. «Es ist sicherlich wahr, dass die Geschichte der Labour-Partei der christlichen Tradition viel zu verdanken hat». Er erwähnte seinen Namensvetter Keir Hardie, der Gründer der Labour Party: «Er nutzte seine Fähigkeiten als Laienprediger, um eindringlich auf die Ungerechtigkeiten hinzuweisen, denen die Menschen ausgesetzt sind.» Keir Hardie (1856-1915) wurde wie sein erklärter Herr und Erlöser von einer unverheirateten Mutter namens Mary gezeugt und hatte einen Stiefvater, der Zimmermann war. Nach seiner Bekehrung durch die nonkonformistische christliche Bewegung Evangelical Union wurde er deren Laienprediger. Dies befähigte ihn zu wirkungsvollen öffentlichen Reden, in denen er für eine breite Palette gerechter Anliegen eintrat, die das Leid und die Not der Armen linderten. Sowohl in seinen Reden als auch in seinen Predigten zitierte Hardie häufig die Evangelien, Jakobus und die Propheten des Alten Testaments. Rolle der Kirchen Keir Starmer sagte im Interview weiter, dass seine Partei «Schlüsselwerte» mit dem Christentum teile: «Mit Christen überall auf der Welt teilen wir die Überzeugung, dass Hoffnung mehr ist als Wunschdenken.» Er rühmte die Kirchen ausdrücklich: «Kirchen und christliche Wohltätigkeitsorganisationen leisten im ganzen Land fantastische Arbeit – sei es in Form von Lebensmittelbanken, Schuldnerberatung, Krabbelgruppen, Bildung, Jugendarbeit, Sozialfürsorge, Wohnunterstützung, Wohlfühlprogrammen und anderen Diensten, die hier nicht alle genannt werden können. Die Kirchen bieten den Menschen die Hilfe, die sie brauchen.» Deshalb werde die Labour-Regierung sie unterstützen und mit ihnen zusammenarbeiten. «Ich kann mich in meinem Wahlkreis selbst davon überzeugen, was unsere Kirchen für die Gemeinschaft leisten. Ich möchte eine aufgabenorientierte Regierung führen, die mit den Kirchen und Glaubensgemeinschaften zusammenarbeitet, um für jeden Menschen im ganzen Land etwas zu erreichen. Er schliesse sich den Kirchen an, um das Land wieder aufzubauen. Er werde einen Regierungsminister ernennen, der für die Leitung unseres Engagements mit den Glaubensgemeinschaften verantwortlich sein wird. «Es wird kein Jahrzehnt der nationalen Erneuerung ohne die aktive Beteiligung der Kirche geben», sagte er. «Wir werden die Kirchen bei der Erfüllung all unserer Aufgaben einbeziehen, weil wir wissen, dass ihre Verbindungen zu den Gemeinden und ihre Erfahrung uns stärker machen.» Eine vor zwei Jahren von der Church of England in Auftrag gegebene Studie schätzte, dass sich fünf Prozent der Bevölkerung schon einmal an die Kirchen gewandt hatten, um Hilfe zu erhalten. Befürchtungen, dass diese Hilfe mit unerwünschter Missionierung einhergehen oder selektiv angeboten werden könnte, erwiesen sich als unbegründet, auch wenn einige Stadtverwaltungen der Zusammenarbeit mit religiösen Gruppen nach wie vor misstrauisch gegenüberstehen. «Ich werde immer dankbar sein» Obwohl er sich nicht zu einem bestimmten Glauben bekennt, sprach Keir Starmer herzlich über seine persönlichen Erfahrungen mit der christlichen Gemeinschaft. «Als ich jung war, war meine Mutter sehr krank», sagte er. «Ich erinnere mich, dass die Menschen in unserer Gemeinde, die sich wirklich bis zu ihrem Tod um sie kümmerten, die Menschen aus ihrer Kirche waren. Ihr Mitgefühl bestand nicht nur darin, dass sie nette Menschen waren. Es war ein tiefer Ausdruck ihres Glaubens», fügte er hinzu. «Sie haben für sie und für unsere Familie in einer wirklich schwierigen Zeit einen grossen Unterschied gemacht. Dafür werde ich immer dankbar sein.» Es besteht also berechtigte Hoffnung, dass der neue Kier sich von derselben Quelle inspirieren lassen könnte, welche die Leidenschaft des alten Kier für die Gerechtigkeit für alle entfachte. Herzlich, Markus Baumgartner |

