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Nonverbale Kommunikation zu Weihnachten

 

Wir vergessen, dass Menschen emotionale Wesen sind und es eine Vielfalt von Kommunikationsformen gibt. Eine reine Information bedeutet erst mal gar nichts: Sieben Prozent ist der Anteil für das gesprochene Wort. Zu 93 Prozent entscheiden nonverbale Signale, wie wir bei unseren Zuhörern ankommen. Ein gutes Beispiel geschah kurz vor Weihnachten: Die Geschichte von Zacharias gibt uns eine Lektion über nonverbale Kommunikation. 

 
 

Versetzen wir uns die Geschichte von Zacharias: Sie steht im Übergang vom Alten in das Neue Testament. Gott hatte 400 Jahre nicht mehr durch Propheten direkt zu seinem Volk gesprochen. Das verheissene Land war von den Römern besetzt. Zacharias ist schon ein alter Mann und dient Gott seit vielen Jahren im Tempel in Jerusalem. Er ist verheiratet mit Elisabeth. Die beiden haben nie Kinder bekommen können, obwohl sie jahrelang dafür gebetet haben.In Lukas 1, 5-25 erfahren wir, dass Zacharias eines Tages aus den 20‘000 Priestern per Los ausgewählt wird, um im Heiligtum zu opfern. Dort sprach ihn der Engel Gabriel an. Er sagte Zacharias, dass er und seine Frau einen Sohn bekommen würden. Er sei Gott gesandt, um den Weg für den Messias zu bereiten. Zacharias war so überrascht, dass es ihm zwar nicht die Stimme verschlug. Aber er war von grossen Zweifeln geplagt: «Wie soll denn so etwas gehen? Ich bin ein alter Mann und meine Frau ist auch nicht mehr die Jüngste!»

Sprache verloren
Gabriel sagte Zacharias, dass sein Sohn den gleichen Geist und die gleiche Kraft wie Elia haben würde – eine der grossen Gestalten des Alten Testaments. Gabriel sagte Zacharias auch, dass er seinen Sohn Johannes nennen sollte. Weil Zacharias so zweifelte, sagte ihm Gabriel, dass er bis zur Geburt seines Sohnes nicht wird sprechen können. Was hat Zacharias dann getan? Was lehrt uns seine Geschichte über Menschen, die sich heute nicht durch Sprache verständigen können? Trotz seiner Stummheit war Zacharias weiter in der Lage, als Priester zu dienen. So heisst es in Vers 23: «Als seine Zeit des Dienstes vorüber war, kehrte er nach Hause zurück. Er arbeitete weiter und diente dem Volk, nachdem er Gabriel begegnet war und vorübergehend seine Fähigkeit verloren hatte, sich durch Sprache mitzuteilen.» 

Stumm dienen
Es gibt keinen Grund, warum stumme Menschen nicht in der Lage sein sollten, weiter zu dienen. Zacharias fand alternative Kommunikationsmöglichkeiten, die es ihm ermöglichten, sein Leben während der Monate von Elisabeths Schwangerschaft fortzusetzen. Zacharias benutzte Gesten, um zu kommunizieren. In Vers 22 heisst es: «Sie wussten das, weil er ihnen immer wieder Zeichen gab.». In Vers 63 bittet Zacharias um eine Schreibtafel – wahrscheinlich durch Gesten. Viele Menschen mit eingeschränkter oder fehlender Sprachkommunikation verwenden Gesten als Teil ihrer Kommunikationsmethode. Es wird nicht gesagt, dass Zacharias Mimik verwendet hat, aber es ist wahrscheinlich, dass auch diese Teil seiner neuen Art der Kommunikation war. 

Am Anfang war das Wort
Wenn wir unsere Kommunikation an die Bedürfnisse und den Kommunikationsstil der Menschen anpassen, können wir uns besser in ihre Welt hineinversetzen. Nonverbale Kommunikation wirkt. Ein Beispiel: Wie eine Studie der Universität Köln belegte, haben Brillenträger bessere Chance beim Wähler – sie sei «eine einfache und effiziente Möglichkeit für Politiker, ihren Eindruck beim Wähler zu verbessern». Wir sind alle zu stark Wort getrieben. Am Anfang war das Wort. Unsere Verkündigung ist wortlastig. So zeigt eine Studie von Albert Mehrabian von 1967, dass Sprache (Inhalt) nur 7% der Kommunikation ausmacht. Dagegen wirkt Kommunikation zu 55% durch Körpersprache (Augenkontakt, Gestik, Mimik) und 38% durch den Tonfall (Stimmlage). Diese Zahlen sind zwar nicht allgemeingültig: In seinen Experimenten untersuchte der Wissenschaftler vor allem wie Emotionen kommuniziert werden. Doch die Experimente zeigen, dass die verbal ausgesprochene Sprache einen viel zu hohen Stellenwert geniesst. In der Verkündigung gibt es nicht nur Zuhörer, sondern auch Zuschauer. Diese hören nicht nur, sondern können sehen, fühlen und riechen. 

Methoden der nonverbalen Kommunikation
Der dramatische Höhepunkt eines Gottesdienstes ist die Rede, in der eine Bibelstelle im Zusammenhang aktueller Probleme ausgelegt wird. In der Erweckungsbewegung versuchte der Prediger seinen Gedanken Nachdruck zu verleihen. Er versuchte, emotionaler aufzutreten, um die Gemeinde intensiver anzusprechen. George Whitefield (1714-1770) gilt als Erfinder einer neuen Rolle des Predigers. Er sprach die Zuhörerschaft in freier Rede unmittelbar an und las keinen vorher schriftlich niedergelegten Text vor. Der Schauspieler trat an die Stelle des Gelehrten. Viele Erweckungsprediger entwickelten auch eine eigene Choreographie. Sie setzten bewusst Körperhaltung, Bewegung und Stimme ein, um den Inhalt der Verkündigung zu unterstreichen. 

Der Engel behält recht
Zacharias Ehefrau Elisabeth wird tatsächlich schwanger und bringt einen Sohn zur Welt: Johannes. Er wird später «der Täufer» genannt werden. Da wird dem Priester Zacharias klar: Gott tut, was er sagt, und Gott hat Grosses vor. Zacharias beginnt laut zu beten. Er wurde vom Heiligen Geist erfüllt, weissagte und sprach: «Gelobt sei der Herr, der Gott Israels! Denn er hat besucht und erlöst sein Volk.» Das reicht weit über die Geburt von Johannes hinaus. Zacharias erkennt bereits, was erst noch geschehen wird: Johannes wird Wegbereiter für das Kind in der Krippe, für Jesus Christus den Sohn Gottes. Gott kommt zu uns, begegnet uns durch seinen Sohn Jesus Christus. Jetzt beginnt etwas völlig Neues, was bis heute andauert und unser Leben verändert. Deshalb liebe ich die Advents- und Weihnachtszeit.

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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