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Kirchen sind jeden Franken wert

 

Es ist ungewöhnlich, wenn sich ein Schweizer Politiker so prominent in der Öffentlichkeit für die Kirchen einsetzt. Daher geben wir hier den Gastkommentar des Zürcher Regierungsrats Mario Fehr in der «Neuen Zürcher Zeitung» als Ermutigung wieder. Mario Fehr ist seit 2011 Vorsteher der Sicherheitsdirektion und Sozialminister. Bei den Wahlen 2023 ist er mit den meisten Stimmen in den Zürcher Regierungsrat wiedergewählt worden.

 
 

Der betagte Vater liegt im Sterben: Die Spitalseelsorgerin kommt ans Krankenbett. Eine junge Frau lebt auf der Strasse: Ihr Essen erhält sie in der kirchlichen Gassenküche. Ein Suizid erschüttert die Familie: Die Polizei ruft den Notfallseelsorger. Eine schwere Krankheit bestimmt unser Leben: Die Pfarrerin hat stets ein offenes Ohr. 

So ist meine Kirche: Sie ist da und bietet Hilfe an, wenn sie gebraucht wird. Meine Kirche sorgt sich um andere – um unsere Nächsten. Dieser Gedanke von Gemeinschaft und Miteinander ist mir wichtig. Wenn Ungleichheiten und Verwerfungen unsere Gesellschaft ins Straucheln bringen, braucht es die positiven, verbindenden Kräfte und unterstützenden Impulse. Solche Kräfte und Impulse liefern die anerkannten Religionsgemeinschaften im Kanton Zürich – nicht nur in der Adventszeit, sondern das ganze Jahr über.

Bewährte Beziehungen zwischen Kirche und Staat

Als Sozialminister des Kantons Zürich anerkenne und schätze ich die vielfältigen Leistungen unserer Kirchen, die soziale und emotionale Bedürfnisse erfüllen. Der Staat kann diese Aufgaben nicht allein übernehmen. Ich bin dankbar dafür, dass die Kirchen vorhandene Lücken schliessen, sich für die Schwachen in der Gesellschaft einsetzen und jederzeit Zusammenhalt und Unterstützung bieten.

Die Anerkennung der religiösen Gemeinschaften geschieht nicht zufällig. Die Grundlage für diese Anerkennung und Wertschätzung legt die Präambel der Kantonsverfassung. Dort ist verankert, dass das Volk des Kantons Zürich «in Verantwortung gegenüber der Schöpfung» handle – ein zwar indirekter, aber deutlicher Bezug zu den religiösen Grundlagen des Gemeinwesens. Diese Verpflichtung nehme ich als Politiker und reformierter Christ gern an.

Einen Meilenstein meiner politischen Bemühungen als ehemaliger Kantons- und Verfassungsrat bildete die staatliche Anerkennung der jüdischen Gemeinschaften Israelitische Cultusgemeinde Zürich (ICZ) und Or Chadasch mit der neuen Kantonsverfassung, die im Januar 2006 in Kraft trat. Diese schon damals längst überfällige Anerkennung würdigt den hohen Stellenwert, den die jüdischen Gemeinschaften in der zürcherischen Gesellschaft haben. Sie bieten eine Bereicherung und sind ein unentbehrlicher Teil des Zusammenlebens.

Die anerkannten Religionsgemeinschaften sind gegenüber dem Staat rechenschaftspflichtig. Ihre gesamtgesellschaftlichen Leistungen sind der Grund, warum die öffentlichrechtlich anerkannten Religionsgemeinschaften Staatsbeiträge erhalten – gesamthaft 50 Millionen Franken pro Jahr.

Die Kirchen leisten viel für die Gesellschaft

Eine Studie der Universität Zürich ergibt, dass die quantitativen Leistungen der Kirchen diesen monetären Wert bei weitem übersteigen. Zudem analysierten die Forschenden den Beitrag der Religionsgemeinschaften zu Solidarität, Stabilität und zum Sozialkapital einer offenen, demokratischen Gesellschaft.

Die qualitative Studie förderte verschiedene Ergebnisse zutage: Die Bedeutung religiöser Rituale bei wichtigen Lebensereignissen wie Geburt, Hochzeit und Bestattung ist für viele Menschen hoch. Auch die politischen Gemeinden schätzen die religiösen Gemeinschaften als verlässliche Akteure vor Ort. Die Religionsgemeinschaften leisten einen grossen Beitrag ausserhalb von Religion und kultischen Handlungen.

Rund die Hälfte der Menschen im Kanton Zürich gehört einer Religionsgemeinschaft an. Dies kann jeder und jede ganz individuell entscheiden, ein Austritt aus der jeweiligen kirchlichen Körperschaft ist jederzeit möglich. Wir leben – zum Glück – in einer offenen, freiheitlichen Gesellschaft. Doch eines bleibt: Wir leben in einer Gesellschaft, in der Grundwerte wie Toleranz, Respekt und Fürsorge gelten. Für mich sind dies zutiefst christlich-jüdische Werte, die für alle Menschen im Kanton Zürich prägend sind – egal ob er oder sie Mitglied in einer der anerkannten Kirchen ist oder nicht.

Die Kirchen stehen für Dialog: Sie können daran erinnern, dass Differenzen eine Gesellschaft nicht spalten dürfen und dass Verzeihen möglich ist, statt Hass zu schüren. Kirchen sind Brückenbauer: Ihre Angebote sind niederschwellig, integrativ, nicht leistungsorientiert und ohne wirtschaftliche Interessen. Welch eine Wohltat! Das spüre ich selbst: Mein Glaube gibt mir Halt und Atem – auf persönlicher Ebene, aber auch im politischen Alltag.

Ich bin überzeugt, dass die Kirchen und anerkannten Religionsgemeinschaften unsere finanzielle Unterstützung verdienen. Sie sind jeden Franken wert! Denn sie sind für alle da, für Arme und Reiche, Junge und Alte, unabhängig von politischen Einstellungen. Gleich hier um die Ecke, jeden Tag – mitten unter uns.

 
 
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