CNM
  • Services
    • Seminare
    • Referate
    • Beratungen
    • Praxisbuch
    • Checklisten
    • Vorlagen
  • Dienstagsmail
    • Dienstagsmail
    • Anmeldung
    • Award & Fest
    • Archiv
  • Über uns
    • Wer ist cnm
    • Video
  • Kontakt
Select Page

No images? Click here

 

Ein Loblied auf das Laub

 

Das Prinzip von Saat und Ernte zieht sich durch die Heilige Schrift. Es steht für die Früchte treuer Arbeit, aber auch für das Vertrauen in Gottes Vergebung und Fürsorge. Der herbstliche Wandel und das Vergehen der Natur erinnern an die Begrenztheit des menschlichen Lebens. Die fallenden Blätter sind Hinweise für das Loslassen – sie spenden gleichzeitig Hoffnung. 

 
 

Im Alten Testament (3. Mose 23) markiert der Herbst die Zeit der grossen Erntedank- und Versöhnungsfeste – darunter das Laubhüttenfest und der Versöhnungstag (Jom Kippur). Sie rufen zur inneren Einkehr und zur Erinnerung an Gottes Schutz auf der Wüstenwanderung auf. Der Herbst hat seine schönen Seiten: Es ist die für Ernte und Vollendung. Der Herbst ist die Zeit der kräftigen Farben: die wärmende Sonne, die alles in ein goldenes Licht taucht. Der Nebel, der Landschaften mystisch verwandelt. Die Blätter, die sich bunt verfärben. Wenn sie fallen, werden sie zu Laub und zu einem tollen Dünger unter den Büschen. Ein Laubhaufen ist ein wahrer Segen für Igel. Aus dem Gefallenen kann noch etwas Brauchbares werden. Der Herbst ist ein Hinweis Gottes: Du hast die Zeit, dich wie ein Baum im Herbst und Winter auszuruhen.

Erfahrungen mit Loslassen
Die fallenden Blätter sind ein Hinweis, manches im Leben gehen zu lassen. «Das Loslassen von alten Vorstellungen ist manchmal wehmütig, manchmal aber auch mit einer Spur Erleichterung oder gar Humor verbunden. Beim Dahinwelken manch alter Erwartungen gewinne ich an Selbsterkenntnis und an Selbstannahme. Da kann noch was Gutes draus werden», erklärt der katholische Diakon Carstens Wolfers in seinem Blogbeitrag. Er hat eine konkrete Empfehlung: «Wenn etwas fällt, dann schaue ich hin, ich schaue nicht weg. Ich sehe, was passiert. Ich akzeptiere, was über mich kommt. Ich reagiere, wenn es Zeit wird. Ich sage mir dann: Es ist jetzt so. Das ist das Fallen, das Am-Boden-Liegen. Das gehört zum Leben dazu. Willkommen in unserer Normalität. Davor verschliesse ich nicht die Augen.» Oder wie es Pfarrer Hansueli Walt in der Zeitung «der Rheintaler» ausdrückt: «Mitten im Vergehen und in der eigenen Verletzlichkeit dürfen wir darauf vertrauen, dass wir von Gott getragen und bei ihm geborgen sind».

Auch Hoffnung keimt auf
Mit dem Herbst verbinden sich aber auch ein Stück Wehmut und Abschied. Wieder neigt sich ein Jahr dem Ende zu, Dunkelheit und Kälte setzen sich immer mehr durch. Manchmal stellt sich so etwas wie Endzeit-Stimmung ein. Fallende Blätter zeigen das Vergehen des Irdischen. Doch im christlichen Glauben ist in der Natur bereits das neue Leben der Knospen angelegt. Der Herbst verweist auf die Hoffnung, dass nach Dunkelheit und Winter ein neuer Anfang steht. Passend dazu das Minigedicht der Lyrikerin Hilde Domin (1909-2006), die als jüdisches Kind in Köln aufgewachsen und dann vor den Nazis geflüchtet war:

«Es knospt
unter den Blättern –
das nennen sie Herbst.»

Das Sterben eines Blattes und die darunter steckende Knospe voller Leben weisen darauf hin, dass selbst in schwierigen Lebenssituationen, in Phasen der Traurigkeit oder Krankheit, in einem Abschiedsschmerz etwas Neues entstehen will. In der Bibel werden Zeiten geschildert, in denen die Menschen voller Hoffnung sind. Aber auch schlimme Zeiten, in denen sie an Gott und seine Verheissungen erinnert werden müssen. Die Bibel spendet Hoffnung, zum Beispiel mit Sprüche 23, 18: «Denn sicher gibt es eine Zukunft, deine Hoffnung wird nicht zerschlagen». In Taizé wird das wunderbare Lied gesungen: «Meine Hoffnung und meine Freude, meine Stärke, mein Licht, Christus, meine Zuversicht, auf dich vertrau ich und fürcht‘ mich nicht.»

Herzlich, Markus Baumgartner 

 
 
  Share 
  Tweet 
  Share 
  Forward 

Das Dienstagsmail wird vom gemeinnützigen
Verein cnm herausgegeben. 

Kostenlos für das Dienstagsmail anmelden.

Preferences  |  Unsubscribe
 
cnm (cooperation neue medien) | info@cnm.ch
  • Impressum
  • Datenschutzerklärung