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Du sollst dir (k)ein Bildnis machen

Das Museum Rietberg in Zürich zeigt erstmals, was es mit dem Bildverbot im Islam und im Christentum auf sich hat. Die vergleichende Ausstellung von 136 Werken untersucht das Verbot von figürlichen Abbildungen im Islam und das Zweite Gebot im Alten Testament «Du sollst dir kein Bildnis zu machen» über den Verlauf der Jahrhunderte. In der Ausstellung sind die heute auf Opposition gestimmten Kulturkreise aufs Schönste vereint. 

 

Stimmt das Bild von «Gott als alter Mann mit Bart und Jesus als eher schlanker Mitdreissiger mit offenem Haar und Hipster-Bärtchen?», fragt ein Beitrag von SRF Tagesschau. Stimmt die Behauptung, dass der Islam ein absolutes Bilderverbot kennt und figürlichen Darstellungen gegenüber feindlich eingestellt ist? Dies ganz im Gegensatz zum Christentum so die landläufige Meinung. Verbietet der Islam Bilder kategorisch? Und im Christentum: Besagt das Zweite Gebot Mose nicht, dass man sich kein Bildnis machen soll? Da sprechen auf der einen Seite die vielen «islamischen» Miniaturen, Keramikschalen und Textilien mit Menschendarstellungen dagegen. Andererseits dürfen in der katholischen und orthodoxen Kirche Ikonen und Statuen verehrt werden. «Das Christentum wird fast automatisch mit den grossen Werken der europäischen Kunst in Verbindung gebracht, von Giottos Fresken in der Arenakapelle in Padua bis zum Isenheimer Altar», schreibt die «Neue Zürcher Zeitung».

Entwicklung über die Jahrhunderte

Wie gingen Christentum und Islam mit der figürlichen Darstellung um, also dem Abbilden von Menschen und besonders des Propheten Muhammad und des Gottessohnes Jesus Christus? Die Ausstellung im «Namen des Bildes» im Museum Rietberg Zürich widmet sich bis zum 22. Mai 2022 zum ersten Mal diesen Fragen in einer kulturvergleichenden Schau. Sie zeichnet nach, welche Strategien Islam und Christentum im Verlauf der Jahrhunderte entwickelten, um mit dem Bilderverbot umzugehen. Im Zentrum steht dabei das Mittelalter, die Epoche zwischen dem 6. und 16. Jahrhundert: In dieser Zeit wurde die Bilderfrage ausführlich von Theologen erörtert. Die 136 Werke der Ausstellung decken einen breiten geografischen Raum ab.

Kirche bestimmte über Bilder

Im christlichen Abendland war es die Kirche, die über das Bild bestimmte: Aus einer anfänglichen Ablehnung des Bildes entwickelte sie eine Bildtheologie. Geschich­ten zu bebildern.

Im Christentum war es Gregor der Grosse, der Geschichten bebilderte und sie als Bibel für die Ungebildeten unter das Volk brachte. In der ganzen Entwicklung blieb der Widerstand nicht aus: Zweimal kam es zu einem Bilderstreit, einmal im 8./9. Jahrhundert und einmal während der Reformation kurz nach 1500, in deren Verlauf Bilder zerstört und Statuen zertrümmert wurden. 

Im islamischen Orient bestimmten die einzelnen Rechtsschulen, ob ein Bild «verboten» oder nur «tadelnswert» sei. Kein Zweifel bestand darüber, dass das Bild weder in der Moschee noch bei religiösen Handlungen einen Platz hat. In allen anderen Bereichen waren es die einzelnen Akteure und die gesellschaftlichen Machtverhältnisse, die die Bilderfrage immer wieder von Neuem aushandelten. So entstand an den Höfen in Persien, dem Osmanischen Reich und in Mogulindien eine reiche Bildkultur. 

Multimedia und Experten-Runden

Hat die mittelalterliche Debatte um das Bild eine Bedeutung für uns heute? «Ja», erklärt Axel Langer, Kurator der Sonderausstellung im Museum Rietberg. Aus zwei Gründen: «Zum einen räumt die Ausstellung mit einem hartnäckigen Vorurteil auf. Zum anderen leben wir in einer Epoche, die wie nie zuvor von Bildern bestimmt wird. Bilder sind allgegenwärtig und jederzeit verfügbar. Wir wissen zwar um die manipulative Macht von Bildern. Dennoch vertrauen wir ihnen häufig unkritisch.» Fünf Multimediastationen in der Ausstellung laden dazu ein, den eigenen Umgang mit Bildern zu reflektieren. Ergänzend zur Ausstellung werden einzelne Aspekte in einer Vortragsreihe vertieft. Dabei kommen weltweit anerkannte Expertinnen und Experten zu Wort. Die Ausstellung führt Kulturredaktor Gerhard Mack im «art magazin» zur Aussage: «In dieser Ausstellung sind die in unserer heutigen Zeit auf Opposition gestimmten Kulturkreise aufs Schönste vereint. Der Impuls von Dialog und Versöhnung dürfte gerne in die Welt ausstrahlen.»

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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