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Das schwarze Loch und das Licht der Welt

Seit Menschengedenken wenden wir unseren Blick zum Himmel. Aus dem Bedürfnis, die Welt und das Leben zu verstehen, ist die Astronomie entstanden. Der hochdekorierte Astrophysiker Heino Falcke konnte Schwarze Löcher sichtbar machen. Sein Wirken in der Forschung wird durch seinen Glauben an einen persönlichen Gott ergänzt. Er sei wie das Licht am Nachthimmel. Eine Physik ganz ohne Gott ist für ihn unmöglich.

 

Es war eine wissenschaftliche Weltsensation: Am 10. April 2019 präsentierte der Astrophysik-Professor Heino Falcke in Brüssel der Öffentlichkeit das erste Bild eines schwarzen Lochs, auf das er zwanzig Jahre hingearbeitet hatte. Bis heute haben es über vier Milliarden Menschen gesehen. Es stellte einen Wendepunkt in der Astronomie dar: Die schwarzen Löcher lassen aufgrund ihrer hohen Masse kein Licht entkommen und sind dadurch praktisch unsichtbar. Ihr «Schatten» ist aber erkennbar: ein dunkler Bereich innerhalb eines glühenden Rings mit einem Durchmesser von rund hundert Milliarden Kilometern. Das schwarze Loch ist im Zentrum der Galaxie Messier 87 – kurz M87 – und rund 55 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt. Die Ausmasse sind gigantisch: Es ist 6,6 Milliarden Mal so massereich wie unsere Sonne. Die Abbildung ist eine technische Meisterleistung. 

Zum Ritter ernannt

Heino Falcke ist ein Astrophysiker, der die Weite des Himmels sucht. Mit einem weltumspannenden Teleskop schaut er nach schwarzen Löchern und mit einem Mondteleskop nach dem Urknall. Er ist mit rheinischem Humor und ostpreussischer Dickköpfigkeit gesegnet. Heino Falcke ist Professor an der Radboud Universität in Nimwegen (Niederlande) und Gastwissenschaftler am Max-Planck-Institut für Radioastronomie in Bonn. Für seine Arbeit hat der Professor schon viele Preise bekommen. Im Namen des niederländischen Königs wurde er für seine wissenschaftlichen Verdienste zum «Ritter im Orden vom Niederländischen Löwen» ernannt. In den Niederlanden erhielt er den Spinozapreis – die höchste wissenschaftliche Auszeichnung des Landes. Und es gibt einen Asteroid, der so heisst wie er: Heinofalcke.

Wissenschaftler und Pfarrer

Heino Falcke ist nicht nur Professor für Astrophysik, sondern tauft, traut und predigt auch als ordinierter Prädikant – ehrenamtlicher Prediger – in der evangelischen Kirche in Frechen bei Köln. Er sagt dazu: «Der Glaube ist für mich das Schönste, was man teilen kann. Ihn will ich teilen. In unserer Kirche gestalte ich ‘andere Gottesdienste’, die nicht an die Liturgie gebunden sind, mit modernen Liedern oder Theaterstücken. Ausserdem erzähle ich gerne biblische Geschichten. Die Bibel möchte erzählt werden, dadurch wird sie lebendig.» Seine geistliche Erweckung geschah in der Jugend. Er war damals im Christlichen Verein Junger Menschen (CVJM): «Eines Morgens erwachte ich mit dem starken Gefühl, dass Gott da und lebendig ist. Am Vorabend hatten wir einen Kindergottesdienst gefeiert, sonst war nichts Besonderes geschehen. Jahre später erging es mir in einer eindrücklichen Karfreitagspredigt ähnlich: Ich war überwältigt vom Gefühl, dass Jesus für uns Menschen am Kreuz gestorben ist.» Das Bedürfnis nach geistlicher Orientierung, nach Klarheit und liebevoller Begleitung bestehe auch heute. Da könne sich die Kirche wieder füllen mit glaubhaftem Leben und lebhaftem Glauben. 

Atheismus nicht begründbar

Heino Falcke widerspricht offen dem Philosophen Peter Sloterdijk, der sagt, die Wissenschaft habe die Religion enträtselt und ihr so ihre Hauptaufgabe genommen: «Das ist nicht wahr. Das Grundrätsel – woher alles kommt, was am Ursprung von allem steht – hat die Wissenschaft bis heute nicht geklärt. Und sie wird es auch nie können. Wir kennen zwar die Naturgesetze, wo hingegen diese Regeln herkommen, das wissen wir nicht. Insofern bleibt das Geheimnis Gottes bestehen. Eine ganz gottlose Physik ist für mich unmöglich.» Heino Falcke widerspricht auch Stephen Hawking, der meinte bewiesen zu haben, dass es keinen Gott gibt. «Er ist krachend gescheitert, genau wie die Leute, die Gott beweisen wollen. Ob es Gott gibt, ist beantwortet: natürlich! Die interessante Frage lautet: Wer oder was ist Gott? Ein schöner Satz wird Blaise Pascale zugeschrieben: Der erste Schluck aus dem Becher der Naturwissenschaft macht atheistisch und am Grund des Bechers wartet Gott. Unbestritten ist dieser Gott eine erste Ursache.» Und er widerspricht auch den Milliardären Jeff Bezos und Elon Musk. «Ihnen fehlt die Liebe. Technischer Fortschritt ist kein Hoffnungserfüller, nur Mittel zum Zweck. Ich muss aus mir heraus wissen, wo ich hin will. Ich kann mein Glück nicht von der Technik abhängig machen, wie das die Musk-Jünger mit ihrem Weltraumtouris- mus versuchen. Technik kann zwar helfen, die Welt gerechter zu machen. Das persönliche Seelenheil wird man dadurch aber nicht erlangen.» Der Astronom ist vielmehr der Meinung: «Atheismus ist eine legitime Überzeugung, wissenschaftlich begründen lässt sie sich nicht.»

Gott beweisen wäre Enttäuschung

Für Heino Falcke kommt eine moderne physikalische Schöpfungsgeschichte ohne diesen abstrakten, philosophischen Gott nicht aus. Ob es einen persönlichen Gott gibt, das hingegen sei eine persönliche Glaubensentscheidung: «Ich habe sie für mich getroffen. Gott ist auch klein und ohnmächtig. Er liess sich kreuzigen und ist nicht totzukriegen: Das ist der ultimative Widerstand gegen die Gesetze dieser Welt. Mit dem Hoffnungsmoment. Am Ende steht die gemeinschaftliche Erfahrung, die wir den Heiligen Geist nennen.» In seinem Buch «Licht im Dunkeln. Schwarze Löcher, das Universum und wir» erklärt Heino Falcke: «Schaue ich auf den Menschen Jesus Christus, entdecke ich die menschliche Seite von Schöpfung und Schöpfer. So finde ich für mich einen Gott, der Anfang und Ende umfasst, dem ich nichts mehr beweisen muss und nichts mehr beweisen kann und bei dem ich jetzt schon zu Hause bin.» Dass er Gott wissenschaftlich greifen könne, entspreche aber nicht seiner Erwartungshaltung. Im Gegenteil würde ihn die Möglichkeit, Gott beweisen zu können, «sogar enttäuschen, weil Gott dann ein kleiner Gott wäre»: «Es wäre ein sehr enttäuschender Gott, wenn er sich von meinem Verstand vollständig erfassen und beweisen liesse. Er wäre dann auch nicht mehr derjenige, der am Anfang steht, der sich ausserhalb und überall befindet, sondern er wäre ein Teil meines Universums und dadurch ja klein und fassbar.»

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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