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Aus Kirche wird «Village mosaïque» 

 

Kirche neu erfinden und gestalten: Innerhalb der methodistischen Kirche in Lausanne ist ein vielfältiges und buntes «Dorf» entstanden. Im «Village Mosaïque» wird die Kirche auf andere Weise gelebt. 

 
 

Das bunte und vielfältige methodistische «Dorf» war ein Neuanfang: Daher haben die verantwortlichen Pfarrpersonen dem Projekt in Lausanne den Namen «Village mosaïque» gegeben. Das Projekt entstand aus einem längeren Prozess: Im Sommer 2021 traf sich eine Projektgruppe zum ersten Mal. Es wurde gearbeitet, gebetet, geträumt. Es ging darum, die Situation in den Gemeinden zu beschreiben – und die Stärken und Interessen der Gäste zu entdecken. «Wir haben unsere Herzen dafür geöffnet, dass der Geist Gottes uns Impulse für die Zukunft des französischsprachigen Methodismus in der Schweiz geben kann», erzählt Iris Bullinger. Die methodistische Pfarrerin ist Teil des Projektteams von «Village mosaïque». «Irgendwann begannen wir, die Werte zu benennen, die für uns am wichtigsten sind, und uns vorzustellen, wie diese Werte gelebt werden könnten», schildert Iris Bullinger den Prozess. «Wir fingen an, laut davon zu träumen, wie die Kirche aussehen könnte, in welche Art von Gemeinschaft wir wirklich begeistert unsere Freunde und Familie einladen würden, welche Art von Projekten wirklich die Bedürfnisse der Menschen um uns herum erfüllen würden.» Auf diese Weise klärten sich die Rahmenbedingungen. Das «Mosaik» im Namen anerkennt die einzigartige Schönheit und den einzigartigen Beitrag jedes einzelnen Teils zum Ganzen. Dorf heisst es, weil man ein Dorf braucht für so ziemlich alles, was man im Leben tun will. Iris Bullinger: «Wir leben nicht völlig allein, und wir brauchen Menschen mit unterschiedlichen Gaben und aus unterschiedlichen Tätigkeitsbereichen».

Marktplatz der Möglichkeiten
Im Kirchengebäude soll eine Gemeinschaft von Menschen entstehen, die sich für das «Village mosaïque» interessieren und im Projekt gelegentlich engagieren. In einem Nähatelier sollen alte Kleider zu neuen umgenäht werden, auch um auf diese Weise den Abfall zu vermindern. In einem «Weltchor» könnten Lieder aus der ganzen Welt gelernt und gesungen werden. Auf dem Place de la Riponne, an dem das methodistische Kirchengebäude liegt, findet jeweils am Samstagmorgen ein Markt statt. Mit einer «Marktmeditation» wollen die Verantwortlichen zu einer meditativen Pause einladen. Entstehen soll ein Kreis für Frauen, die ein Kind verloren haben oder keine Kinder bekommen können. In Zusammenarbeit mit einem Bauern ist ein Angebot geplant, das ermöglicht, ein Bewusstsein dafür zu entwickeln, welche Pflanzen, Gemüse, Früchte gerade wachsen oder verfügbar sind. Miteinander arbeiten, lernen, ernten – kochen und geniessen. «Unser Wunsch ist, dass verschiedene Menschen zu uns stossen und uns unterstützen bei der Arbeit in diesen unterschiedlichen ‹Dorfhäusern› und dass so Gottes Reich erfahren werden kann», sagt Iris Bullinger. 

Ermutigende Erfahrungen
An der Einweihungsfeier gab es ein Konzert mit etwa 100 Besucherinnen und Besuchern. Der häufigste Kommentar der Anwesenden war: «Ich fühle mich hier wirklich zu Hause». Zu den Mitgliedern der internationalen Gemeinschaft wurden Beziehungen aufgebaut, die alle auf unterschiedliche Weise zum Aufbau der Kirche beitragen: musikalische und gottesdienstliche Beiträge, Weitergabe von Neuigkeiten über die Aktivitäten, Einladung von Freunden oder einfach nur Teilnahme und Anwesenheit. Die erste Person, die sich taufen liess, sagte zeugnishaft: «Ich weiss, dass ich hier nicht in eine Schublade gesteckt werde.» Es ist für das Projektteam ermutigend zu erleben, dass diese Weise, Kirche zu sein, als sinnvoll wahrgenommen wird.

Herzlich, Markus Baumgartner

 
 
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