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Anbauschlacht war christlich motiviert

 

Friedrich Traugott Wahlen ist eine der herausragendsten Schweizer Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Er ist der Architekt der Anbauschlacht während dem 2. Weltkrieg. Er steigerte den Selbstversorgungsgrad der Schweiz von 52 auf 73 Prozent. Hunger musste damals in der Schweiz niemand leiden, zumindest Kartoffeln und Gemüse hatte es immer genug – sie waren nie rationiert. Wahlen wurde eine Integrationsfigur, die das Volk zum tätigen Handeln mitriss und bisher verborgene moralische Kräfte mobilisieren konnte. Das verhalf dem Land zu verstärktem Selbstvertrauen. Das Wirken von Friedrich Traugott Wahlen war getragen von seinem christlichen Ethos.

 
 

«Ein Bund. Geschlossen im Namen Gottes des Allmächtigen. 26 Kantone. Vier Sprachen. Eigenständig. Weltoffen. Unabhängig. Menschlich. Die Schweiz ist ein Land wie kein anderes. Friedrich Traugott Wahlen symbolisiert das alles für mich», erklärt alt Bundesrat Adolf Ogi. Im November 1940 hatte Friedrich Traugott Wahlen als Chef der Abteilung für landwirtschaftliche Produktion und Hauswirtschaft im Eidgenössischen Kriegsernährungsamt die Weichen gestellt. An einem Vortrag in Zürich war er ohne Wissen des Bundesrates mit seinem Konzept an die Öffentlichkeit gelangt. Das Referat wurde auch am Radio übertragen. Aus der Überzeugung heraus, dass der «Schlachtplan» sonst im verwaltungsinternen Evaluationsverfahren zerrieben oder hoffnungslos verzögert werde. Friedrich Traugott Wahlen  bediente sich einer zugleich wehrhaften wie biblisch konnotierten Ausdrucksweise. «Wir wollen kämpfen um die Unabhängigkeit der Schweiz mit dem Ziel: Brot für uns alle aus eigenem Boden.» Das ist nicht die Ausdrucksweise eines Beamten, sondern eines brillanten Rhetorikers. Statt «Agrarerzeugnisse» sagte er «Brot»: Das ging zu Herzen. 

Pragmatischer Realismus 
Der Schritt blieb ohne persönliche Konsequenzen, weil er zum Erfolg wurde. Es war die richtige Idee zur richtigen Zeit. Sein Konzept war präzise ausgearbeitet: Das «Wunder» führte zu einer Vermehrung der Produktionsfläche um 365’000 Hektaren. Mit seiner kriegswirtschaftlichen Grosstat, der Lancierung und Organisation der legendären Anbauschlacht wurde er schon in der Mitte seines Lebens zur Legende. Er hatte die Fähigkeit, Hauptprobleme als solche zu erkennen und sie mit pragmatischen Realismus hartnäckig anzugehen. So wurden in der Schweiz nicht nur agrarische Flächen bewirtschaftet, sondern privaten Gärten, Fussballfelder oder öffentliche Grünanlagen. Auch dicht neben dem Bundeshaus in Bern und auf dem Zürcher Sechseläutenplatz wurden Kartoffeln angebaut.

Eine grosse Schweizer Persönlichkeit
Friedrich Traugott Wahlen erlebte eine Bilderbuchkarriere: Der blitzgescheite Junge hatte schon in der Primarschule eine Klasse übersprungen, ging nach Neuenburg an eine Handelsschule, bildete sich zum Landwirt aus, machte nebenher die Matura und bestand mit 18 Jahren die Zulassungsprüfung zur ETH. Nach sechs Semestern schloss er seine Studie erfolgreich ab, wurde Assistent und erhielt die Gelegenheit, seine Doktorarbeit zu schreiben. Mit 23 Jahren wurde er zum Direktor der landwirtschaftlichen Versuchsanstalt in Kanada berufen, dies trotz vorerst mangelhaften Englischkenntnissen. 1942 wählte ihn das Zürcher Volk in den Ständerat. 1943 wurde er Agrarprofessor an der ETH, ab 1949 arbeitete Wahlen im Dienst der Welternährungsorganisation FAO in Washington und Rom, zuletzt als stellvertretender Generalsekretär. Was er als Vater der Anbauschlacht für sein Land gedacht und getan hatte, stellte er auch der Welt zur Verfügung. 1958 wurde er in den Bundesrat gewählt, wo er während sieben Jahren in drei Departementen wirkte. Friedrich Traugott Wahlen wollte keinen Rummel um seine eigene Person, sondern war stets der Sache verpflichtet. Er wirkte eher unscheinbar und war kein brillanter Redner. Er suchte nicht die Publizität. Aus seiner Zeit als Bundesrat sind keine spektakulären Auftritte oder taten besonders markant in Erinnerung geblieben. Und doch war sich die schweizerische Öffentlichkeit bei seinem Tode 1985 in seltenem Ausmass einig, dass mit ihm eine der wenigen grossen schweizerischen Persönlichkeiten des Jahrhunderts heimgegangen ist.

Zu seinen Werten zu stehen 
Friedrich Traugott Wahlen machte kein Geheimnis aus seinem Glauben, den er bereits von seinen Eltern im Emmental mitbekommen hatte. Praktizierte Nächstenliebe und «dem Gewissen verpflichtet» waren für Wahlen Selbstverständlichkeit und Pflicht zugleich. So sagte er: «Sicher ist es um jene Gesellschaft besser bestellt, in der die grösste Zahl aller Bürger in Gott einen letzten Pol der Verantwortung anerkennt und sich in ihren Entscheidungen durch das Magnetfeld des Gewissens als letzte Autorität ausrichtet». Zu seinen Werten zu stehen, auch zu seinen religiösen Werten, war ihm wichtig. Friedrich Traugott Wahlen wurde 1899 geboren und wuchs im Emmentaler Weiler Gmeis auf, der zur Gemeinde Mirchel bei Zäziwil gehört. Sein Vater war Lehrer und Laienprediger bei der Evangelischen Gesellschaft. Lebenslang blieb der Sohn ländlich sowie christlich geprägt. Wahlen-Kenner Ernst Wüthrich sagte zur Zeitung «reformiert»: «Friedrich Traugott Wahlen glaubte, dass eine persönliche Beziehung zu Gott möglich ist. Er war von einem göttlichen Eingreifen in die Geschicke der Welt überzeugt. Missioniert hat er nicht, stattdessen war er in seinem Leben ein Vorbild für viele. Seine Schriften und sein Handeln – gerade auch in der Entwicklungszusammenarbeit – sind vom Gedanken der christlichen Nächstenliebe geprägt». 

Filmvorträge für Kirchen
In der Funktion bei der Welternährungsorganisation führte Wahlen in Nepal das Käsen ein. Zudem liess er an der ETH eine Getreidesorte für höhere Lagen entwickeln. Das alles war Hilfe zur Selbsthilfe – und getragen von Wahlens christlichem Ethos. Sein Engagement in Nepal ist ein Erfolg bis heute. Unter Federführung des emeritierten Wirtschaftsprofessors Ernst Wüthrich ist ein Film über Wahlen entstanden. Darin wird sein Leben und Schaffen gezeigt und letzte Zeitzeugen befragt. Ernst Wüthrich steht für Filmvorträge in Kirchen zur Verfügung (E-Mail ernest100@bluewin.ch, Honorar CHF 300). 

Herzlich, Markus Baumgartner

P.S. Sie können weiter abstimmen (zur Award-Umfrage) und sich für das Dienstagsmailfest vom 15. März anmelden (Mail retour oder an info@dienstagsmail).

 
 
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