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Der schweizerische RobinsonReif für die Insel: Es ist das weltweit zweiterfolgreichste Schweizer Buch nach Johanna Spyris «Heidi». Es wurde in über 20 Sprachen übersetzt. Und noch heute pilgern US-Amerikaner in die Berner Burgerbibliothek, um sich das über 200-jährige Original anzusehen. Nur hierzulande hat das Buch des Berner Pfarrers Johann David Wyss kaum jemand gelesen. Zehn Jahre lang lass der Pfarrer vor dem Kamin seinen Kindern von den Abenteuern der Schweizer Familie Robinson vor.Fast jeder kennt die Geschichte von Robinson Crusoe. Vom Seemann, der Schiffbruch erleidet und danach ein halbes Leben auf einer Insel verbringen muss. Doch kaum einem ist das Werk «Der Schweizerische Robinson» und sein Autor bekannt. Dabei schrieb der Berner Münsterpfarrer Johann David Wyss (1743-1818) den helvetischen Bestseller noch vor Johanna Spyris «Heidi». In über 20 Sprachen wurde der 1176 Seiten lange «Schweizerische Robinson» übersetzt. 1960 wurde das Buch von den Disney-Studios als «Swiss Family Robinson» verfilmt. Es folgten weitere TV-Filme und -Serien und in den 1980-er Jahren ein Game für den Spielecomputer Commodore 64. Der Stoff war im angelsächsischen Raum besonders populär. Dort machte «The Swiss Family Robinson» das Baumhaus populär, ohne das heute kein amerikanischer Vorgarten auskommen will, berichtet die Neue Zürcher Zeitung. Die Baumvilla spielt im Buch eine prominente Rolle. Auch sonst gibt es spannende Details: 164 Tier- und 102 Pflanzenarten hat Hannelore Kortenbruck-Hoeijmans gezählt, eine der wenigen Forscherinnen, die sich mit dem Schweizerischen Robinson befasst hat. Von Krokodilen bis hin zu Orang-Utans, Walrössern, Giraffen und Nilpferden: Stellenweise liest sich das Buch wie ein Index der damals bekannten Tierarten. Die botanischen und zoologischen Kenntnisse von Johann David Wyss waren erstaunlich genau. Glauben an
Gottes Güte Für die Geschichten liess sich der Pfarrer von Daniel Defoes Abenteuerroman «Robinson Crusoe» (1719) inspirieren – ebenso von seiner Familie und dem Glauben an Gottes Güte und die Erziehbarkeit des Menschen. Neben den blutigen Kämpfen mit wilden Tieren, die ohne viel Federlesens abgeschossen werden, wartet das Buch mit erbaulichen Exkursen zum guten Lebenswandel auf. Söhne machen das Buch fertig Herzlich, Markus Baumgartner |

