![]() Bibeldorf wächst ständig
Lisa Müller, Kantonsschülerin in Trogen (AR), konnte in der «Frankfurter Allgemeine Zeitung» (FAZ) unter der Rubrik "Jugend schreibt" einen Artikel zum Bibeldorf in Rietberg in der Nähe von Dortmund publizieren – wir bringen Auszüge davon: Im Bibeldorf tönen das rhythmische Hämmern der Handwerker und vorbeimarschierende Römertrupps. «Die Düfte des Kräutergartens vermischen sich mit dem Geruch frisch gebackenen Fladenbrotes. In dem Dorf mit den ockergelben Häusern fühlt man sich in den Nahen Osten zur Zeit Jesu katapultiert», schreibt Lisa Müller. Heute können Schulklassen, Kinder- und Jugendgruppen hier das Leben im Alten und Neuen Testament erfahren, während sie Körbe flechten, Seile drehen, Mehl mahlen, Brot backen oder Kräutersalz herstellen. Überall auf dem Gelände begegnet man Skulpturen des Künstlers Angelo Monitillo, der mit seinen biblischen Tieren und Figuren das Bibeldorf noch bereichert. Ausgewählter Ort im Land der Ideen „Wenn wir biblische Geschichten erzählen, schwingt ganz schnell bei jedem etwas aus seinem Leben mit“, sagt Eva-Maria Fricke, Geschäftsführerin des Bibeldorfes. Für die 57-Jährige sei schon immer die Frage gewesen, wie man junge Menschen in Kontakt mit biblischem Wissen bringen könne. Seit 20 Jahren setzt
sich die Lehrerin für Deutsch, Musik und katholische Religion dafür ein, Interesse für die Bibel und deren Geschichten zu wecken, besonders bei jungen Menschen. 2007 wurde das Bibeldorf als „ausgewählter Ort im Land der Ideen“ ausgezeichnet. Neues Testament hautnah erleben Im Aussenmuseum gibt es neben dem Dorf mit den verschiedenen Werkstätten und der Synagoge auch eine römische Wachanlage. So kann man einerseits jüdische Traditionen und andererseits die römische Besatzung Israels im Neuen Testament hautnah erleben. Vor der Stadtmauer entdeckt man einige Ziegenhaarzelte, unter denen nomadisches Leben nachempfunden ist. Im Innenmuseum gibt es Ausstellungen zu biblischen Themen wie etwa zu Martin Luther oder zur Geschichte Israels und Palästinas. In diesem Jahr gibt es anlässlich des Jubiläums „1700 Jahre jüdisches Leben in Deutschland“ ausserdem eine Ausstellung zum Christentum und seinen jüdischen Wurzeln. Die “Ahlener Zeitung“ beschreibt das Erlebnis von Kommunionskindern, die das Bibeldorf besuchten: Die Kinder erfuhren dort, wie die Menschen zur Zeit von Jesus gearbeitet haben. Sie haben zum Beispiel Korn zu Mehl gemahlen. Die ganze Gruppe schaffte in 30 Minuten 1,5 Kilogramm. Das war früher das Pensum einer einzigen Frau in zwei Stunden. Zum Schluss wurde Fladenbrot gebacken. Die Kinder wissen jetzt, wie viel Arbeit es damals war, das tägliche Brot zu verdienen. Das Vater-Unser-Gebet “Gib uns unser täglich Brot“ erhält da eine ganz andere Bedeutung. Herzlich, Markus Baumgartner |
