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Der UBS-Präsident ist ein PilgerEr war 30 Jahre Topshot bei der US-Bank Morgan Stanley, machte dann drei Jahre Pause und wurde letztes Jahr Präsident der UBS: Auf den Iren Colm Kelleher kommt mit der Übernahme der Credit Suisse eine grosse Verantwortung zu. Da spielen auch seine christlichen Werte eine Rolle. Er führt die Bank zusammen mit dem Holländer Ralph Hamers als CEO, der ebenfalls ein gläubiger Katholik ist.«Die Schaffung nachhaltiger Werte für unsere Aktionäre und alle anderen Interessengruppen hat für mich oberste Priorität», sagte Colm Kelleher bei seiner Wahl zum UBS-Präsidenten. Und diesen Sonntag verkündete er nach der Übernahme der Credit Suisse zum möglichen Stellenabbau: «Wir werden versuchen, ein verantwortungsvoller Arbeitgeber zu sein.» Diese Aussagen sind auch ein Hinweis auf die Wurzeln des Irländers: Geboren wurde er als Sohn eines Arztes in Cork County im Süden Irlands. Doch die Armut Irlands trieb auch die Kellehers fort: Die Familie zog nach Nordengland, wo der Vater eine Praxis eröffnete. Es war eine irische Diaspora, denn die Katholiken hielten zusammen. Der junge Colm ging wie seine Geschwister auf eine katholisch-irische Schule in Liverpool. Zwar gelang ihm dann der Sprung nach Oxford, doch fühlt er sich auch heute in London noch nicht sehr wohl. Keine Toleranz für Egoismus Colm Kelleher bringt einen absoluten Mangel an Toleranz für jeden mit, der einen Hang zur Selbstdarstellung hat. Er erzählte der «Financial Times» im vergangenen Jahr, dass er als viertes von neun Kindern in Irland aufgewachsen ist und daher kein Gefühl für seine eigene Wichtigkeit hatte. «Ich habe mich nie in die Zeitungen gestellt, wie viele dieser Egoisten», sagte er. «Ich habe den Job nie mit dem Status meiner Person verwechselt.» Kein Wunder, gilt Colm Kelleher als bodenständig, scheibt der «Blick». Er ist Historiker, hat in Oxford studiert und sich sein Finanzwissen erst später «on the job» angeeignet. Sein Interesse gilt vor allem dem Byzantinischen Reich. Der lange Weg zur Doktorarbeit hat ihn davor abgeschreckt, Geschichtsprofessor zu werden. Bei seinem Abgang bei Morgan Stanley würdigte ihn CEO James Gorman: «Er hebt sich durch seinen scharfen Verstand, seinen sarkastischen Humor und seinen irischen Charme von der Welt der allzu oft langweiligen Wirtschaftsführer ab.» Hunderte von Kilometern gepilgert Einige Monate nach seiner Zeit bei Morgan Stanley ist Colm Kelleher fast 500 Meilen auf dem Jakobsweg in Spanien gewandert. Der irische Katholik hat mir der Pilgerreise auch ein Versprechen an seine tiefgläubigen Eltern eingelöst. Begleitet von seinem Bruder, auch er sehr gläubig, lief er mehr als einen Monat durch die karge Landschaft, schreibt der BILANZ-Chefredaktor Dirk Schütz in einem Porträt über ihn. Ganz auf Luxus wollte er jedoch nicht verzichten: Der Whisky-Liebhaber mischte sich abends schon mal seinen Jim Beam mit Wasser und gönnte sich, soweit möglich, auch ein Einzelzimmer mit Dusche. So viel Lebensqualität musste sein für einen Banker, der lange mehr als 20 Millionen Dollar pro Jahr verdient hatte. Spirituelle Erfahrungen blieben zwar aus, aber immerhin reifte in Colm Kelleher ein Entschluss: Er wollte wieder arbeiten. «Ich vermisse meinen Job viel weniger, als ich dachte», hatte er nach seinem Abschied noch der «Financial Times» berichtet. Doch es kribbelte wieder. Knifflige Entscheidungen treffen, mit Kollegen über die geliebten Märkte philosophieren, vom privilegierten Informationsfluss an den Schalthebeln eines Finanzmultis profitieren: Das hatte er doch vermisst. Bei der UBS traf er auf CEO Ralph Hamers, der ebenfalls ein gläubiger Christ ist, wie der «Blick» schreibt und in einem Dienstagsmail schon geschrieben wurde. Herzlich, Markus Baumgartner P.S. Save the date: Schon jetzt herzliche Einladung zum Dienstagsmailfest am Sonntag, 7. Mai 2023, von 17.00-20.00 Uhr im Hotel Glockenhof Zürich. |

