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Kirche neu entdecken500 Jahre jung und trotzdem oft vergessen: Die Reormierte Kirchgemeinde Männedorf ZH will mit einer Plakataktion neu auf sich aufmerksam machen. Die Plakate regen zum Nachdenken an und vermitteln Wissen über die Kirche. Sie soll Kirchenferne ansprechen.«Wir möchten gerne aus der kirchlichen Bescheidenheit heraustreten. Kirchgemeinden machen viel Gutes, reden aber zu wenig darüber. Ein Beispiel ist, dass wir die Räumlichkeiten für Deutschkurse für Ukrainer zur Verfügung stellen», sagt Achim Kuhn, Pfarrer der Reformierte Kirchgemeinde Männedorf zu Radio Zürisee. Auch gehen 170 Kinder pro Woche in den Unterrichtet der Kirche und 200 Personen engagieren sich freiwillig. Achim Kuhn: «Das hat hohe Wirkung, wenn sich Menschen für andere engagieren.» Für die Plakataktion wurden fünf Sujets wie «einsam-gemeinsam» oder «Belastung-Entlastung» für die verschiedenen kostenlosen Plakatstellen der Gemeinde Männedorf hergestellt. Achim Kuhn liebt das Sujet «wertlos-wertvoll» besonders: «Wir können heute nicht mehr alles beeinflussen. Zwar haben wir Wissen, aber es fehlt uns die Orientierung. Kirchen Können Orientierung geben, Halt und Haltung bieten.» Was ist Kirche für Sie? Die Sujets sind mal doppeldeutig, mal provozierend, in jedem Fall zum Nachdenken anregend. Denn die Kirche kann so vieles sein: Meilenstein, Oase, Impulsgeberin, Leuchtturm, Gemeinschaft, Verkünderin, Wegbereiterin, Gastgeberin, Ort für Menschen am Rand, Ort für Menschen im Mittelpunkt, Segensspenderin, Stein des Anstosses, Kraftort, Spielwiese, Tankstelle… Neben den Sujets erläutert ein Text den Wert der Kirche: «Wussten Sie, dass unsere Kirchgemeinde jedes Jahr Hunderte Menschen in Männedorf bei wichtigen Meilensteinen ihres Lebens begleitet – zum Beispiel bei Taufen, Hochzeiten oder Abdankungen?» Das Plakat endet mit dem Aufruf: «Entdecken Sie die Kirche.» Auch eine persönlich adressierte Karte wurde an alle reformierten Haushalte verschickt. Mit einem QR-Codes gelangt man auf die Website der Kirchgemeinde, wo deren Angebote nach Sujets geordnet aufgelistet sind. Gemeindepräsident lobt Aktion Die Kampagne kommt insgesamt gut an: Das zeigen die mehrheitlich positiven Reaktionen, welche die Kirchgemeinde erhalten hat. Sie sei kreativ, stark, cool. «Eine tolle Idee», findet etwa ein 35-jähriger Banker. Und ein Student sagt: «Echt sehr gelungen!» Männedorfs Gemeindepräsident Wolfgang Annighöfer begrüsst es, dass die Kirche auf sich aufmerksam macht. «Sie hätte es aber noch auffälliger tun können», findet der Politiker auf der Online-Plattform «reformiert». Wolfgang Annighöfer ist zwar reformiert, aber in der Kirchgemeinde nicht aktiv engagiert. Ihm seien die Plakate nicht gleich ins Auge gestochen. Der Druck und die Arbeit des beauftragten Grafikers für die Kampagne haben rund 2000 Franken gekostet. Darin ist die Arbeit der involvierten Personen aus der Kirchgemeinde nicht enthalten. Ob wieder ähnliche Werbeaktionen folgen werden, ist noch offen. Herzlich, Markus Baumgartner |

