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No images? Click here ![]() ![]() Ein äussert wertvolles Kirchenlied jubiliertFranz von Assisi ist eine der bedeutendsten Gestalten der ganzen Kirchengeschichte. Vor genau 800 Jahren im Jahre 1225 verfasste er den weltberühmten Sonnengesang. Die Brüder wussten ihn vorzusingen und konnten so ihre tiefe Freude in der Welt darstellen. Der Sonnengesang wurde als Loblied in all den Jahrhunderten auf vielfältige Weise vertont und illustriert. Nicht nur Kinder lieben sein «Laudato si, mi Signore!», der Sonnengesang ist auch ein gutes Stück Weltliteratur – im 13. Jahrhundert revolutionär und heute noch tief berührend.Der Sonnengesang von Franz von Assisi ist ein musikalisches Meisterwerk der Spiritualität. Es ist ein Lied auf das Leben: ein Loblied auf den Schöpfer des Lebens, alle Kreaturen in der Schöpfung. Viele Erzählungen schildern die Vertrautheit von Franz von Assisi (1181 – 1226) zu den Tieren und seine Verbundenheit mit der Natur, der Schöpfung Gottes. Der Gesang enthält acht einzelne Strophen, in denen Bruder Sonne, Schwester Mond und die Sterne, Bruder Wind, Schwester Wasser, Bruder Feuer, Schwester Mutter Erde, die Versöhnung und Schwester Tod gepriesen werden. Gott wird als Schöpfer aller Dinge gelobt und wir Menschen als Geschöpfe, die untereinander Brüder und Schwestern sind. Der Sonnengesang von Franz von Assisi ist auch 800 Jahre später eine Einladung, die Schöpfung und das Leben mit den Augen des Glaubens zu sehen, zu bestaunen und bewundern, schreibt die «Rheintaler Zeitung». Der Sonnengesang ist ein frohes und kraftvolles Lied. Der aus Indien stammende franziskanische Priester Peter Sandesh Manuel lädt auf YouTube zum Mitsingen ein. Der Sonnengesang ist eines der ältesten oder gar das älteste Zeugnis der italienischen Literatur. «Franziskus wollte den einfachen Leuten einen Text in die Hand drücken in der Sprache, die sie kannten, der nicht zu lang war und der leicht auswendig gelernt werden konnte», sagt der Kapuziner Mauro Jöhri. Lied schafft Versöhnung Als er vom Streit zwischen dem Bürgermeister und dem Bischof von Assisi hört, die beide eine grössere Macht und sehr viel Grundbesitz haben möchten und einander dabei bekämpfen, dichtet Franziskus eine weitere Strophe hinzu und lässt den Sonnengesang beiden einzeln durch Brüder vorsingen. In kurzer Zeit versöhnen sich die beiden miteinander, lernen die Liebeskraft der Verzeihung kennen und das Ertragen von Krankheit und seelischer Bedrängnis, die jeden Menschen treffen können, schreibt der Franziskaner Paul Zahner vom Kloster Mariaburg in Näfels in der Zeitung «Südostschweiz». Schliesslich begegnet Franziskus auch dem Tod, den er nicht liebt, aber der gegen Ende seines Lebens zur Schwester Tod wird. Kein gewalttätiger Bruder, der ihm das Leben entreisst, sondern eine liebenswürdige Schwester, die ihm ein neues Leben in der Fülle des Lichtes Gottes schenkt. Aus der Dunkelheit geborenes Licht Wenn wir uns den Sonnengesang vor Augen halten, stellen wir uns Franziskus meistens vor, wie er durch die rot blühenden Mohnfelder vor Assisi tanzt und die Schönheit der Natur und der Schöpfung zu geniessen vermag. In Wirklichkeit ist es gerade umgekehrt: Franziskus ist sehr krank im Magen und sieht durch eine Augenkrankheit fast nichts mehr. Er muss sich in eine Hütte im Garten von San Damiano zurückziehen, weil er im Dunkeln keine Schmerzen hat, die das helle Licht in ihm auslösen. Er sieht also fast nichts mehr. In diesem Moment brechen die Strophen des Sonnengesanges aus ihm heraus. Das Lied bietet eine tiefere Sicht der Wirklichkeit, die den Schöpfergott vor sich sieht und Jesus Christus preist. Das Lied hat 33 Verse nach dem Lebensalter von Jesus. Herzlich, Markus Baumgartner |


